Pandemie-Einsatz

Spahn plant weitere Corona-Prämie für Klinikmitarbeiter

Nach der Corona-Prämie ist vor der Corona-Prämie: Gesundheitsminister Jens Spahn will Klinikbeschäftigten erneut einen Bonus zahlen. Die Opposition findet das gut – will aber auch einen erneuten Bonus für Altenpfleger.

Von Thomas HommelThomas Hommel Veröffentlicht:
Kündigte am Montag eine weitere Corona-Prämie für Beschäftigte in Krankenhäusern an: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigte am Montag eine weitere Corona-Prämie für Beschäftigte in Krankenhäusern an.

© Soeren Stache/dpa

Berlin. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) plant eine weitere Corona-Prämie für Krankenhausbeschäftigte. Je Mitarbeiter seien bis zu 1500 Euro vorgesehen, sagte Spahn vor Journalisten am Montag in Berlin.

Mit der Sonderzahlung sollten die besonderen Belastungen etwa von Pflegekräften oder des Reinigungspersonals in der Pandemie gewürdigt werden, betonte der Minister. Insgesamt will die Bundesregierung 450 Millionen Euro dafür bereitstellen. Ausgezahlt werden sollen die Prämien bis Ende Juni 2021. Die Verteilung soll über die Krankenhäuser erfolgen.

Auszahlung bis Ende Juni geplant

Große Krankenhäuser mit über 500 Betten sollen den Plänen zufolge in den Genuss der Sonderzahlung kommen, wenn sie mehr als 50 COVID-19-Patienten behandelt haben, kleinere Häuser schon ab 20 Fällen. Der Gesamtbetrag an Prämien soll sich nach der Anzahl der behandelten COVID-19-Patienten und nach der Anzahl der der im Jahr 2019 beschäftigten Pflegekräfte in der jeweiligen Klinik richten. Beschäftigte an über 1000 Kliniken könnten so von der Einmalzahlung profitieren, sagte Spahn.

Bereits im vergangenen Sommer hatten nach den Altenpflegern auch Krankenhauspflegekräfte einen Corona-Bonus von bis zu 1000 Euro erhalten. Damals war jedoch kritisiert worden, dass nur ein Drittel der rund 1900 Krankenhäuser in den Genuss der Einmalzahlungen gekommen sei.

DKG: Außergewöhnliches geleistet

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) begrüßte die Pläne für eine erneute Prämienausschüttung. „Auch während der zweiten Welle haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Krankenhäuser wieder Außergewöhnliches geleistet“, sagte DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum. Die Prämie müsse gesetzlich allerdings so verankert werden, „dass alle Pflegekräfte im Krankenhaus daran partizipieren“.

„Einen Bonus haben sich die Beschäftigten in den Kliniken redlich verdient“, betonte auch die Sprecherin für Pflegepolitik der Linksfraktion, Pia Zimmermann. Dabei sei auch die Leistung von Reinigungs- und Servicekräften, Labormitarbeitern und Heilmittelerbringern zu honorieren.

„Ganz ausdrücklich“ müssten darüber hinaus auch Beschäftigte in der Altenpflege einen weiteren Corona-Bonus erhalten, forderte Zimmermann. „Sie alle schützten mit „großem persönlichen Einsatz“ pflegebedürftige Menschen und Patienten.

Grüne: Arbeitsalltag verbessern

Die Sprecherin für Alten- und Pflegepolitik der Grünen-Bundestagsfraktion, Kordula Schulz-Asche, rief Spahn dazu auf, endlich den Arbeitsalltag der Pflegekräfte „nachhaltig“ zu verbessern „statt sich mit Einmalzahlungen zu beschäftigen, die mittlerweile als Schweigegeld verpönt sind, weil sie nichts an den grundsätzlichen Problemen in der Pflege ändern“.

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Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Dr. Christoph Schay

Ein Beitrag unserer medizinischen Fachangestellten:
Die Pläne der Bundesregierung erneut einen Coronabonus für Beschäftigte in Kliniken und Pflegeinrichtungen auszubezahlen, führt bei uns medizinischen Fachangestellten zu Unverständnis, Unmut und deutlichem Ärger.
Wir MFA`S sind täglich mit Covidinfektpatienten beschäftigt. Wir haben eine spezielle Infektsprechstunde eingerichtet, in denen wir unter den bestmöglichen Vorsichtsmaßnahmen die uns anvertrauten Patientinnen und Patienten mit Infektionen, unterschiedlichen Ursprungs, betreuen und behandeln. Wir führen selbstverständlich Abstriche durch. Wir stehen als Ansprechpartner für die Patienten an allererster Stelle.
Gleichzeitig, zu den Coronapatienten, betreuen wir unsere chronisch erkrankten und überwiegend betagten Patienten. Wir behandeln akut Erkrankte. Wir versorgen verunfallte Patienten. Dabei kommen wir im Rahmen von Blutentnahmen, Injektionen, Anlage von EKG`s, Durchführung von Lungenfunktionsprüfungen, Wechsel von Verbänden den Patientinnen und Patienten natürlich sehr nahe.
Mehrmals wöchentlich behandeln wir Kinder.
Sicher können wir nie sein ob wir dabei einen symptomlosen, Covid positiven Patienten behandeln. In den letzten Monaten haben wir die Erfahrung gemacht, dass asymptomatische Patienten, die regelmäßig zu uns in die Praxis kamen, doch positiv auf Covid 19 getestet wurden.
Wir medizinischen Fachangestellten behandeln, nach Auswertungen der Leistungsdaten durch den Hausärzteverband, im ambulanten Sektor die überwiegende Zahl von Coronapatienten. Auswertungen auf Basis der KV Daten aus Westfalen Lippe, Rheinland Pfalz, Baden Württemberg, Hamburg, Sachsen und Sachensen Anhalt, Nordrhein, Bremen, Niedersachsen und Berlin belegen, dass „mehr als 70 Prozent der Corona (Verdachts-) Fälle im 1 und 2 Quartal 2020 unmittelbar im hausärztlichen Sektor versorgt wurden.“ (Der Hausarzt 05.02.2021^) Auch arbeiten wir zum Teil auch in den Notfallpraxen und behandeln auch dort Patienten mit Verdacht auf Covidinfektion.
Wir beraten die Versicherten hinsichtlich Quarantänevorschriften, geben Tipps im Umgang mit Angehörigen in der häuslichen Gemeinschaft, wir beruhigen verunsicherte Patienten und ihre Angehörigen und erläutern die weiteren Abläufe.
Uns kommt es vor als werden diese Aufgaben des ÖGD stillschweigend an uns weiter delegiert, weil die öffentlichen Stellen durch die Bürgerinnen und Bürger nicht zu erreichen sind.
Mit Beginn der Pandemie wurden uns unzählige neue administrative Aufgaben auferlegt (Verschlüsselung, unterschiedliche Formulare Abrechnungsziffern), die nachweislich den bürokratischen Aufwand in der Praxisarbeit deutlich erhöht haben. Die vermeintlich wohlwollenden ständigen Änderungen führen zu einer unzumutbaren Mehrbelastung.
Zur Zeit werden wir täglich von Patienten angerufen, die um Auskunft zu den Coronaimpfungen bitten. Wir sollen Termine reservieren. Uns wird Geld dafür geboten, wenn wir Impfungen für nicht Impfberechtigte zurücklegen.
Wir versuchen alles uns mögliche um die ambulante Versorgung der Patientinnen und Patienten aufrecht zu erhalten. Wir arbeiten mit ständiger Unsicherheit unter schwierigen Bedingungen der persönlichen Schutzausrüstung.
Die wiederholte Missachtung unserer täglichen Arbeit und die Bevorzugung der in Kliniken oder Pflegeeinrichtung tätigen Kolleginnen erachten wir als unfair und fordern eine gleichberechtigte Behandlung und Teilhabe an den Bonuszahlungen der Regierung. Wir sind es wert!

Martina Göllner Pamela Pieper

Nicola Fangmann Anna Korte

Magdalene Schuldt
Medizinische Fachangestellte der Gemeinschaftspraxis Dres. Schulze-Schay
Haselnussweg 1 in 45770 Marl Sinsen, Telefon 02365 813 55
schulze-schay@t-online.de


Ulrike Behm

Genau, die Niedergelassenen Teams werden so verhöhnt.
Außer auf den Intensivstationen kenne ich nur Krankenhausmitarbeiter, die „sich langweilen und den Po platt sitzen“ (Aussage der Mitarbeiter).

Dr. Frank Schlüter

... und für die Medizinischen Fachangestellten in den Hausarztpraxen hat Herr Spahn wieder Applaus und warme Worte...

Dr. Frank Schlüter

Und was ist mit den medizinischen Fachangestellten in den Arztpraxen? Leisten nicht auch diese hervorragende Arbeit in der Pandemie? Wieso kommen nicht auch diese in den Genuss der Einmalzahlung?


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