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Steigende Infektionszahlen

Spanien setzt im Corona-Kampf auf COVID-App und die Armee

Bei der Nachverfolgung von Corona-Infektionsketten sollen in Spanien nun Soldaten helfen. Hoffnung setzt die Regierung zudem auf ihre Corona-App.

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Wenn nur 20 Prozent der Bevölkerung die COVID-App benutzten würden, könnte die Neuinfektionsrate um 30 Prozent gesenkt werden, ist Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez überzeugt.

Wenn nur 20 Prozent der Bevölkerung die COVID-App benutzten würden, könnte die Neuinfektionsrate um 30 Prozent gesenkt werden, ist Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez überzeugt.

© Paco Freire / dpa

Madrid. Die spanische Regierung will angesichts steigender Corona-Fallzahlen nun auch das Militär im Kampf gegen die Pandemie einsetzen. „Wir stellen vor allem überlasteten Regionen rund 2000 Soldaten zur Verfügung“, sagte Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez am Dienstag in einer Fernsehansprache.

Die Soldaten, deren Kontingent bei Bedarf angehoben wird, sollen insbesondere bei der Nachverfolgung von Infektionsketten helfen. Verschiedene Regionalregierungen mit besonders hohen Neuinfektionswerten klagten in den vergangenen Wochen, nicht über ausreichend Personal zur Rückverfolgung der Infektionsketten zu verfügen.

Erste Gemeinden wieder in Quarantäne

Sánchez bot den Regionalregierungen zudem an, die spanische Zentralregierung um die Ausrufung eines gesundheitlichen Notstands über ihr gesamtes Gebiet oder Teile davon ersuchen zu können. Auf diese Weise könnte beispielsweise die Bewegungsfreiheit der Bürger erneut eingeschränkt werden. Einige besonders schwer betroffene Gemeinden in Katalonien, in Aragonien sowie in der Region Madrid wurden bereits unter „Quarantäne“ gestellt.

„Die Situation in unserem Land ist nicht einheitlich. Deshalb müssen wir unsere Maßnahmen regional und lokal auf die jeweilige Lage und Entwicklung der Pandemie anpassen“, so Ministerpräsident Sánchez. In seiner Ansprache bezeichnete er die erneut rasant ansteigende Verbreitung des Virus als „besorgniserregend“, wenn auch „weit entfernt von der Lage Mitte März“.

Bitte an Bürger, COVID-App zu nutzen

Aus diesem Grund bat er auch alle Bürger, sich die neue Corona-App „Radar COVID“ herunterzuladen. Wenn nur 20 Prozent der Bevölkerung die App benutzen würden, könnte die Neuinfektionsrate um 30 Prozent gesenkt werden, versicherte der spanische Regierungschef.

In kaum einem anderen EU-Staat steigen die Infektionszahlen derzeit so stark wie im ehemaligen Corona-Hotspot Spanien. Am Dienstag wurden über 7100 neue COVID-Erkrankungen registriert, 2415 allein in den letzten 24 Stunden. 52 Menschen starben seit Wochenbeginn an den Folgen der Lungenerkrankung. Seit Ausbruch der Pandemie infizierten sich über 412.500 Spanier. Mehr als 28.900 verloren im Zuge der Epidemie ihr Leben. (mame)

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