Ausland

Spanien will neue Gesetzesregelungen zur Sterbehilfe

Eine Initiative der sozialistischen Minderheitsregierung zur Sterbehilfe findet eine Mehrheit im Parlament. Nicht nur das geltende Verbot der Suizidbeihilfe wird abgeschafft.

Veröffentlicht:

MADRID. Spanien wird die Beihilfe zur Selbsttötung legalisieren. Das spanische Parlament stimmte für eine Gesetzesinitiative der neuen sozialistischen Minderheitsregierung, mit der nicht nur das geltende Verbot der Suizidbeihilfe abgeschafft wird. Die Beihilfe zur Selbsttötung für Patienten mit unheilbaren Krankheiten oder schweren chronisch-irreversiblen Behinderungen soll sogar ein individuelles Grundrecht werden und die Kosten der Sterbehilfe von der öffentlichen Krankenkasse übernommen werden. Wie die Rahmenbedingungen für aktive Sterbehilfe aussehen werden, steht noch nicht fest.

Wie spanische Medien am Mittwoch berichten, soll für das Vorhaben das Strafgesetz geändert werden. Dieses unterscheidet bisher zwischen Beihilfe zur Selbsttötung und der aktiven Sterbehilfe. Für die Beihilfe sieht das spanische Strafgesetzbuch bislang noch eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten bis zwei Jahren vor. Ist der Arzt aktiv am Sterbeprozess beteiligt, wird das bisher mit einer Haftstrafe von anderthalb bis sechs Jahren geahndet.

Alle Parteien – außer der konservativen Volkspartei (PP) – stimmten für die Gesetzesinitiative der sozialistischen Minderheitsregierung, die nun in den kommenden Wochen ausgearbeitet und dem Parlament zur Abstimmung vorgelegt werden soll. Nach einer Meinungsumfrage Ende Februar unterstützen 84 Prozent der Spanier ein Gesetz, das einem unheilbar Kranken das Recht zugesteht, aktive Sterbehilfe zu erhalten. Die politische Debatte lebte in Spanien erneut im vergangenen Jahr auf, als ein unter Amyotropher Lateralsklerose (ALS) leidender Spanier sich vor laufender Kamera mit Medikamenten das Leben nahm, um öffentlich für die Legalisierung der aktiven Sterbehilfe und der Beihilfe zur Selbsttötung zu protestieren.

Der schwer kranke Mann hatte sich die entsprechenden Medikamente selbst übers Internet bestellt und im allerletzten Moment, in dem ihm dies mit eigener Kraft noch möglich war, zu sich genommen. (mame)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Herzchirurg mit Installateurfirma

Das Doppelleben des Dr. Jean-Philippe Grimaud: Arzt und Klempner

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Ein Medikament unter vielen, das wenigen hilft? 2400 Wirkstoff-Kandidaten in der EU haben den Orphan-Drug-Status.

© artisteer / Getty Images / iStock

Wirkstoff-Kandidaten mit Orphan-Drug-Status

Orphan Drugs – Risiken für ein Modell

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa)
Ein junges Mädchen wird geimpft – gegen HPV? (Symbolbild mit Fotomodellen)

© milanmarkovic78 / stock.adobe.com

Vision Zero Onkologie

Die Elimination des Zervixkarzinoms

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vision Zero e.V.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
 Shabnam Fahimi-Weber

© Jochen Tack

Einsatz im Kriegsgebiet

Essener HNO-Ärztin hilft Menschen im Iran via Telemedizin

Endoskopische Auffälligkeiten bei der Colitis ulcerosa

© Gastrolab / Science Photo Library

Interview

Das ist neu in der S3-Leitlinie Colitis ulcerosa