Gesundheitspolitik international

Spielzeug trotz neuer Normen oft giftig

BRÜSSEL (spe). Die neue EU-Spielzeugrichtlinie stößt, wie berichtet, auf Kritik. Denn auf der Nürnberger Spielwarenmesse wurden 400 mangelhafte und gesundheitsgefährdende Produkte entdeckt.

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Das Europäische Parlament hatte die neue Richtlinie im Dezember letzten Jahres verabschiedet. Die ab dem Jahr 2011 gültigen Vorschriften regeln Mindestanforderungen für die chemische Sicherheit von Kinderspielzeug. Kernelement der Richtlinie ist ein weitgehendes Verbot von Krebs erregenden, Erbgut verändernden und die Fortpflanzung gefährdenden Substanzen (CMR-Stoffe). Danach darf Spielzeug CMR-Stoffe in Mengen von maximal 1 g/kg enthalten. Das Regelwerk verbietet ferner den Zusatz von 55 allergieauslösenden Stoffen in Spielzeug. Für Schwermetalle wie Quecksilber, Blei oder organisches Zinn sollen niedrigere Grenzwerte gelten.

Viele gesundheitsschädliche Stoffe, die nach der Richtlinie innerhalb bestimmter Grenzen erlaubt sein sollen, hätten ohne große Probleme verboten werden können, kritisiert die bayerische Verbraucherschutzministerin Haderthauer. Auch Verbraucherschützer bemängeln, dass die Grenzwerte keinen ausreichenden Gesundheitsschutz garantierten. Die Bundesregierung und das Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin hatten zudem eine Produktprüfung durch unabhängige Institute gefordert. Die Richtlinie sieht einen solchen "Spielzeug-TÜV" nicht vor.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Hohler Verbraucherschutz

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