Berufspolitik

Systemausstieg? Es bleibt beim Termin 22. Dezember

Kein Ende im Streit zwischen Kassen und Bayerischem Hausärzteverband. Hoppenthaller: Der Termin für den Ausstieg steht!

Veröffentlicht:
Der Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes, Dr. Wolfgang Hoppenthaller.

Der Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes, Dr. Wolfgang Hoppenthaller.

© dpa

MÜNCHEN (sto). Die Hausärzte in Bayern werden "trotz massiver Angriffe, Drohungen und Einschüchterungsversuche" der Krankenkassen am 22. Dezember in Nürnberg über einen Austritt aus dem KV-System entscheiden. Das hat der Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes (BHÄV), Dr. Wolfgang Hoppenthaller, am Dienstagnachmittag bekräftigt. Wenige Stunden zuvor hatten die Krankenkassen bei einer gemeinsamen Pressekonferenz den BHÄV aufgefordert, von seiner "rechtswidrigen Aktion" Abstand zu nehmen.

Darüber hinaus haben die Krankenkassen am Dienstag in einem Schreiben an alle Hausärzte in Bayern vor den Folgen eines Systemausstiegs gewarnt. Kollektive Verzichtserklärungen würden "umgehend mit einem Antrag auf fristlosen Entzug der Kassenzulassung beantwortet", heißt es in dem Schreiben. Die vom BHÄV angestrebten Versorgungsverträge nach einem Systemausstieg und außerhalb des Sozialgesetzbuches seien gesetzlich nicht zulässig. "Wir dürfen und werden einen solchen Vertrag weder mit Ärzten schließen, die kollektiv auf Ihre Zulassung verzichten, noch mit einem Berufsverband, der zu einem solchen Verzicht aufruft", heißt es in dem Schreiben.

Die AOK Bayern erklärte, der Hausarztvertrag mit dem BHÄV sei mit Frist zum 14. Januar gekündigt. Sollte der BHÄV bis dahin seine Aktivitäten mit dem Ziel eines Systemausstiegs nicht eingestellt haben, werde die Kündigung automatisch wirksam.

In seiner Presseerklärung betont der BHÄV, die Hausärzte forderten nicht mehr Honorar, sondern lediglich "den Fortbestand der laufenden Verträge über mindestens fünf Jahre, um Planungssicherheit zu erhalten". Auch nach einem Systemausstieg würden die Hausärzte ihre Patienten "auf Chipkarte und ohne Rechnungsstellung" behandeln.

Mehr zum Thema

Vorbereitung auf den Herbst

NRW fährt bei Corona-Impfungen weiter zweigleisig

Landarztquote in Sachsen-Anhalt

Bewerberzahl auf Studienplätze leicht gesunken

Vertreterversammlung im Saarland

Facharztforum ist klarer Sieger der Saar KV-Wahl

Schlagworte
Kommentare
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Nach ersten Kassen-Daten zu den Langzeitfolgen einer Corona-Erkrankung waren COVID-19-Patienten, die im Krankenhaus beatmet werden mussten, anschließend durchschnittlich 190 Tage lang krankgeschrieben.

© © nmann77 / Fotolia

Neue Studie der Techniker

Erst Corona, dann Long-COVID, anschließend lange AU

Bei der Gesetzesvorlage zu den Gesundheitskiosken müsse Gesundheitsminister Lauterbach in die Puschen kommen, fordern Oppositionspolitiker. Im Bild ein Aufsteller im Gesundheitskiosk Hamburg-Billstedt.

© Daniel Reinhardt / dpa / picture alliance

Niedrigschwelliger Zugang zur Versorgung

Ampel kündigt baldigen Gesetzesvorschlag zu Gesundheitskiosken an