Finanzierung

TK fordert dauerhaften Steuerzuschuss für die Pflege

Der vom Bundestag jetzt beschlossene einmalige Steuerzuschuss für die Pflege sei zu verstetigen, fordert die Techniker Krankenkasse. Ansonsten gerate der Sozialversicherungszweig in schweres Wasser.

Thomas HommelVon Thomas Hommel Veröffentlicht:
TK-Vorstandsvize Thomas Ballast ruft die Bundesregierung dazu auf, es nicht bei einer einmaligen Finanzspritze aus dem Bundeshaushalt zu belassen.

TK-Vorstandsvize Thomas Ballast ruft die Bundesregierung dazu auf, es nicht bei einer einmaligen Finanzspritze aus dem Bundeshaushalt zu belassen.

© Tobias Kaltenbach / stock.adobe.com

Berlin. Vertreter der Krankenkassen sprechen sich für einen dauerhaften Steuerzuschuss zur sozialen Pflegeversicherung aus. Nur so lasse sich der Finanzbedarf langfristig decken, sagte der stellvertretende Vorstandschef der Techniker Krankenkasse (TK), Thomas Ballast, am Donnerstag.

Neue Pflegeleistungen und eine wachsende Zahl von Pflegebedürftigen sorgten dafür, dass die Pflegeausgaben kontinuierlich stiegen, betonte der Kassenmanager. Die Coronavirus-Pandemie belaste die Pflegekassen zusätzlich.

Noch ist Liquidität sichergestellt

Derzeit beziehen knapp 3,7 Millionen Bundesbürger Leistungen aus der sozialen Pflegeversicherung – rund 2,9 Millionen werden ambulant, die Übrigen in Heimen versorgt. Die Ausgaben lagen bei knapp 44 Milliarden Euro. Der Einnahmenüberschuss betrug knapp 3,3 Milliarden Euro.

Ballast rief die Bundesregierung dazu auf, es nicht bei einer einmaligen Finanzspritze aus dem Bundeshaushalt zu belassen. Der Zuschuss sei zu verstetigen. Die Höhe solle an die Entwicklung der Leistungen gekoppelt sein.

Zuletzt hatte auch die SPD-Fraktion im Bundestag gefordert, die Pflegeversicherung „dauerhaft“ mit Haushaltsmitteln zu stützen.

Das am Donnerstag (2. Juli) im Bundestag verabschiedete Konjunkturpaket der Koalition zur Abfederung der Folgen der Corona-Krise sieht einen einmaligen Steuerzuschuss für die Pflegeversicherung von 1,8 Milliarden Euro vor. Wegen der Pandemie plant die Bundesregierung dieses Jahr eine Rekordverschuldung von insgesamt rund 218 Milliarden Euro.

Finanzierung nachhaltig gestalten

Die Finanzierung der 1995 eingeführten Pflegeversicherung sei spätestens nach der Corona-Krise „nachhaltig neu“ zu gestalten, sagte Ballast.

Um die Eigenanteile der Pflegebedürftigen zu stabilisieren und den Druck von den Beitragszahlern zu nehmen, sollten Leistungsbeträge einmalig angehoben und die Rentenversicherungsbeiträge für pflegende Angehörige aus dem Bundeshaushalt beglichen werden.

Zudem sei eine jährliche Dynamisierung der Leistungen nötig, damit die Pflegeversicherung auch künftig mit der Preisentwicklung mithalten könne.

„Pflegerisiko gerechter verteilen“

Um Mehrausgaben zu decken, braucht es laut Techniker außer einem Steuerzuschuss auch einen Finanzausgleich zwischen privater und sozialer Pflegeversicherung. Dadurch ließe sich das Pflegerisiko gerechter verteilen.

Würden zudem die Bundesländer gesetzlich verpflichtet, die bei ihnen verorteten Investitionskosten der Pflegeheime zu tragen, könnten Pflegebedürftige und Sozialhilfeträger bei den Eigenanteilen entlastet werden.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Berufspolitik

Abirateron-Regress: Urologen in Nordrhein berichten von bis zu 40.000 Euro

* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Detailansicht eines Windrades: Bringt eine ökologisch nachhaltige Geldanlage auch gute Rendite? Anleger sollten auf jeden Fall genau hinschauen.

© Himmelssturm / stock.adobe.com

Verantwortungsbewusstes Investment

„Nachhaltig – das heißt nicht, weniger Rendite bei der Geldanlage!“

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Influenza-Saison 2026/27

Bestellung von Grippe-Impfstoffen: jetzt!

Lesetipps
Tablette, auf der GLP-1 steht

© THIBNH / Generated with AI / Stock.adobe.com

Neuer GLP-1-Rezeptoragonist

Orforglipron: Bekommt Semaglutid jetzt Konkurrenz?

Ein Stempel mit der Aufschrift "Regress"

© Gina Sanders / stock.adobe.com |

Interview zum Vertragsarztrecht

Regress-Prävention: Wie Ärzte Formfehlern aus dem Weg gehen