Direkt zum Inhaltsbereich

Saarland

U-Ausschuss muss Namen ändern

Veröffentlicht:

Saarbrücken. Noch vor Einstieg in die Sacharbeit muss der Untersuchungsausschuss des saarländischen Landtags zum mutmaßlichen Missbrauchsskandal an der Uniklinik Homburg seinen Namen ändern. Der Landtag gab der Forderung einer Ärztin nach, in der Bezeichnung des Ausschusses „Missbrauchsfälle“ durch „Verdachtsfälle von Missbrauch“ zu ersetzen.

Die Oberärztin war als ehemalige Vorgesetzte eines offenbar pädophilen Assistenzarztes vom U-Ausschuss als „Betroffene“ eingestuft worden. Die staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen ihn wurden wegen seines Todes 2016 eingestellt, möglicherweise betroffene Kinder und Eltern nicht informiert. Interne Untersuchungen in Homburg hatten zuvor ergeben, dass der Arzt häufig überflüssige Untersuchungen im Genital- und Analbereich von Kindern durchgeführt haben soll. Erst 2019 wurde die Geschichte öffentlich bekannt.

Der Ausschuss soll nun vor allem den Umgang von Verantwortlichen und von beteiligten Stellen wie Klinikum, Jugendämter und Ärztekammer mit den Hinweisen auf Missbrauch klären und strukturelle Mängel aufdecken. Er wurde Ende August vom Landtag einstimmig unter dem Titel „Missbrauchsfälle in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Homburg“ eingesetzt. Nun kamen CDU, SPD und AfD mit einer gemeinsamen Entschließung dem Verlangen des Anwalts der Oberärztin nach. Sie wollen nach eigener Darstellung damit vermeiden, dass juristische Auseinandersetzungen um den Namen die Sachaufklärung verzögern. Außerdem müsse der Ausschuss „Persönlichkeitsrechte wahren“, gab die Vorsitzende Dagmar Heib (CDU) zu bedenken.Die Linksfraktion wandte sich vergeblich gegen die Umbenennung.

Ihr Abgeordneter Dennis Lander sprach von einem „juristischen Winkelzug einer Betroffenen“ und einer „Verhöhnung der Opfer und ihrer Eltern“. Der stellvertretende Vorsitzende des U-Ausschusses erklärte, man werde sich nicht durch Drohungen von der Aufklärungsarbeit abhalten lassen. (kud)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Steuern auf Genussmittel

Zwölf Euro, bitte: Was die Koalition bei der Tabaksteuer plant

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Vorteile von Vamorolon

© Santhera Pharmaceuticals (Deutschland) GmbH, modifiziert nach [3−5, 6]

Duchenne-Muskeldystrophie (DMD)

Neue Perspektiven für die Versorgung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Santhera Pharmaceuticals (Deutschland) GmbH, München
Abb. 1: Verlauf des Rett-Syndroms

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Rett-Syndrom

Diagnose und Verlauf einer herausfordernden Erkrankung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Acadia Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: Typische Körperumrisse bei Achondroplasie

© BioMarin

Achondroplasie

Gezielte Therapie: erste Lebensjahre sind entscheidend

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioMarin Deutschland GmbH, Frankfurt am Main
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Cannabis

Cannabinoide bei Schmerzen: Wann einsetzen, wie dosieren?

Porträt

Steve Roczen: Darum ist der MFA-Beruf für Männer interessant

Lesetipps
Ein gedeckter Tisch mit Gemüse

© san_ta / Stock.adobe.com

Metaanalyse

Ist eine vegetarische oder vegane Ernährung gut für Kinder?

Alle Diabetes-Patienten gegen  Herpes zoster impfen?

© Porträt: privat | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Alle Diabetes-Patienten gegen Herpes zoster impfen?