Niedersachsen

Uni-Medizin Oldenburg kämpft um Finanzmittel

Die European Medical School in Oldenburg bangt um ihr neues Lehr- und Forschungsgebäude. Von den knapp 142 Millionen Euro, die es kostet, sollten 80 Millionen vom Land kommen. Doch das stellt sich quer.

Von Christian BenekerChristian Beneker Veröffentlicht: 17.09.2020, 13:55 Uhr
Die European Medical School in Oldenburg will sich um ein neues Lehr- und Forschungsgebäude erweitern.

Die European Medical School in Oldenburg will sich um ein neues Lehr- und Forschungsgebäude erweitern.

© Hauke-Christian Dittrich / dpa

Oldenburg. Die Uni-Medizin Oldenburg kämpft weiter um die Zuschüsse vom Land Niedersachsen für ein neues Lehr- und Forschungsgebäude. Doch das Land legt die Hand aufs Portemonnaie. Ein Besuch der Oldenburger auf dem Parlamentarischen Abend in Hannover macht ihnen nun etwas Hoffnung.

Wie berichtet, hat das Land seine Zuschüsse in Höhe von 80 Millionen Euro für den Neubau eines Lehr- und Forschungsgebäude der European Medical School in Oldenburg und Groningen wegen der hohen Kosten durch die Corona-Epidemie zurückgezogen und die Summe nicht in den Haushalt 2021 eingestellt. Kurz darauf hat auch der Landesrechnungshof in seinem Jahresbericht 2020 die Finanzierbarkeit weiterer Studienplätze in Oldenburg in Zweifel gezogen.

Kapazität für 80 Studierende pro Jahr

Zugleich wurde die Entscheidung des Landes, den Zuschuss zu streichen, auch harsch kritisiert. Sowohl der Niedersächsische Städtetag als auch der Marburger Bund des Landes und eine Abgeordnetengruppe aus dem Niedersächsischen Landtag stärkten der Oldenburger Uni-Medizin mit zustimmenden Stellungnahmen den Rücken. Auch ein Gutachten des Wissenschaftsrates sieht in dem Oldenburger Studiengang große Chancen. Im Juli monierte er zwar Mängel unter anderem in der Kooperation mit den vier Krankenhäusern, die zusammen die Uni-Klinik bilden sollen. Aber er hat auch das Land aufgefordert, sich mehr in Oldenburg zu engagieren.

Der Studiengang Humanmedizin an der Oldenburger Universität nimmt pro Jahr 80 Studierende auf und arbeitet zusammen mit der Universität Groningen. Gemeinsam bilden sie die European Medical School Oldenburg-Groningen (EMS). Der Studiengang legt besonderen Wert auf die Allgemeinmedizin.

Wissenschaftsministerium will 40 Millionen Euro locker machen

Nun hat Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) auf dem Parlamentarischen Abend in Hannover 40 Millionen Euro aus dem Haushalt seines Ressorts für den Neubau in Oldenburg zugesagt. „Die Mittel sind durch Umschichtungen in unserem Haushalt frei geworden“, sagte eine Sprecherin Thümlers der „Ärzte Zeitung“. Zwar könne damit nicht der ganze Neubau mit einem Gesamtbedarf von knapp 142 Millionen Euro finanziert werden aber immerhin einige Module des geplanten Gebäudes, hieß es.

„Die Initiative von Wissenschaftsminister Björn Thümler, mit 40 Millionen Euro aus dem eigenen Etat beizuspringen, begrüßen wir sehr, am ursprünglichen Bedarf ändert dies aber nichts“, kommentierte Professor Hans Michael Piper, Präsident der Oldenburger Universität, Thümlers Ankündigung. „Das haben wir in vielen intensiven Gesprächen mit den Parlamentariern deutlich machen können – deshalb war es ein guter Abend für die Universitätsmedizin Oldenburg, auf den wir hoffentlich weiter aufbauen können.“ Wer die ärztliche Versorgung im Nordwesten sicherstellen möchte, brauche „eine starke Universitätsmedizin in Oldenburg“, so Piper.

Mehr zum Thema

Tagesaktuelle RKI-Zahlen

So stark ist das Corona-Infektionsgeschehen in Ihrem Kreis

EU-Erklärung

Warum die Freiheit der Forschung jetzt an Bonn hängt

Anti-Corona-Demo

Drosten-Plakat soll Nachspiel für AfD-Arzt haben

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Abstrich der Dritte: Die neue Corona-Testverordnung ermöglicht den Einsatz von Antigen-Schnelltests. Sie können am Point-of-Care, wie etwa an der Münchner Theresienwiese, zu schnelleren Ergebnissen führen.

Besonderheiten und Tücken

Darauf ist bei Corona-Antigen-Schnelltests zu achten

Digitaloffensive in der Medizin. Neue Pläne von Jens Spahn.

Drittes Digitalisierungsgesetz

Hat die eGK schon wieder ausgedient?

Bei Typ-2-Diabetikern war der Konsum von täglich mindestens vier Tassen grünem Tee plus einer Tasse Kaffee mit einem um 58 Prozent verringertem Mortalitätsrisiko verbunden.

Assoziationsstudie

Typ-2-Diabetes: Länger leben durch Kaffee und Tee?