Nordrhein

Viele sind mit Pflegebegutachtung zufrieden

Trotz hohe Zustimmungswerte sollen Gutachter lernen, noch besser auf die einzelnen Personen eingehen zu können.

Von Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht: 08.06.2018, 09:09 Uhr

KÖLN. Auch nach der Umstellung auf ein neues Begutachtungsverfahren in der Pflege sind die meisten Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen mit der Begutachtung zufrieden. Das gilt unabhängig davon, ob die Pflegebedürftigen gesetzlich oder privat versichert sind, wie die Ergebnisse von zwei Befragungen zeigen.

In der Versichertenbefragung 2017 des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) Nordrhein gaben 88 Prozent der Teilnehmer an, dass sie mit der Begutachtung zufrieden waren. Das waren drei Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor. Bei der Erhebung von Medicproof, dem Medizinischen Dienst der privaten Krankenversicherer, äußerten sich 84 Prozent sehr zufrieden, sie gaben den Gutachtern auf der Schulnotenskala von 1 bis 6 wie in den Vorjahren eine 1,8. An der MDK-Befragung durch das Unternehmen M+M Management + Marketing hatten sich 42,8 Prozent von 4125 Versicherten oder Angehörigen an der Befragung beteiligt. Bei der Befragung des Deutschen Instituts für Vertriebsforschung an der Universität Bochum im Auftrag von Medicproof lag die Beteiligung mit 50,5 Prozent noch höher.

In beiden Erhebungen konnten sich die Pflegebedürftigen oder die Betreuungspersonen zum Ablauf der Begutachtung, der Person, dem Auftreten sowie dem Vorgehen der Gutachterinnen und Gutachter äußern. Dabei erteilten sie auch zu den Einzelaspekten jeweils sehr gute Noten. Dennoch zeigen die Antworten – die Fragebögen ließen auch Raum für Freitext-Angaben – dass es jeweils noch Luft nach oben gibt.

"Gewünscht wird von den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen mehr Beratung zur individuellen Pflegesituation sowie eine bessere telefonische Erreichbarkeit", teilte der MDK Nordrhein mit. In Schulungen sollen die Gutachter deshalb lernen, noch besser auf die konkrete Lage ihres Gegenübers einzugehen und für die Pflegebedürftigen wichtige Punkte zu besprechen. Um die Terminvergabe zu verbessern, setzt der MDK zusätzliches Personal an der Hotline ein.

Auch Medicproof-Geschäftsführerin Dr. Franziska Kuhlmann sieht in den Befragungsergebnissen konkrete Ansatzpunkte für Verbesserungen. "Dazu gehört insbesondere, den Ablauf der Begutachtung besser zu erklären und die Prüfung eventuell vorhandener Einschränkungen für die Versicherten nachvollziehbar zu machen." Medicproof passt die Schulungen ebenfalls an die Wünsche der Versicherten an.

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