Konjunkturprogramm

Virchowbund fordert Ausbau des ambulanten Angebots

Die geplanten Konjunkturspritzen in der Corona-Krise müssen auch dem Gesundheitswesen zugutekommen, fordert der Virchowbund. Dabei sei ambulanten Strukturen klar Vorfahrt einzuräumen.

Veröffentlicht: 03.06.2020, 11:54 Uhr
Virchowbund-Chef Heinrich will einen guten Teil der Konjunkturprogramme ins Gesundheitswesen investiert sehen.

Virchowbund-Chef Heinrich will einen guten Teil der Konjunkturprogramme ins Gesundheitswesen investiert sehen.

© Stephanie Pilick

Berlin. Das von der Koalition geplante Corona-Konjunkturprogramm sollte nach Ansicht des Virchowbundes auch dem Gesundheitswesen zugutekommen. Angesichts weltweiter Bedrohungen durch Pandemien wie dem Coronavirus SARS-CoV-2 oder die medizinischen Folgen des Klimawandels sei es „elementar, das Gesundheitswesen auszubauen“, sagte der Vorsitzende des Verbandes der niedergelassenen Ärzte, Dr. Dirk Heinrich, am Mittwoch.

Union und SPD haben angekündigt, die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie durch milliardenschwere Konjunkturprogramme abmildern zu wollen. Seit Dienstag laufen Beratungen.

Schutzwall in der Krise

„Kern des Erfolges“ bei der Bewältigung der Coronavirus-Pandemie in den ersten Wochen sei „zweifelsfrei“ der ambulante Sektor gewesen, betonte Heinrich. Sechs von sieben COVID-19-Patienten seien ambulant behandelt worden.

Zwischenzeitlich seien darüber hinaus rund 500 Testzentren im ambulanten Bereich in Betrieb gewesen, so Heinrich. 1750 Callcenter-Mitarbeiter hätten in den Leitstellen des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes unter 116 117 Koordinationsarbeit geleistet. In den Laboren niedergelassenen Ärzte seien zuletzt rund 110.000 Tests täglich durchgeführt worden.

Stationäre Strukturen umwandeln

Ambulante Versorgung habe somit als „Schutzwall“ in der Krise gewirkt. Die Krankenhäuser seien dadurch in die Lage versetzt worden, Intensivkapazitäten für schwere COVID-19-Verläufe aufzubauen. „Dass es nicht zu der erwarteten Zahl der schwerwiegenden Verläufe kam, ist auch dem frühen Einschreiten im ambulanten Bereich zu verdanken“, sagte Heinrich.

Ein Aufbauprogramm des Gesundheitswesens müsse daher außer dem Ausbau des ambulanten Angebots an Haus- und Fachärzten auch eine Weiterentwicklung der Krankenhausstrukturen umfassen, sagte Heinrich. Stationäre Strukturen müssten „wo immer möglich“ in ambulante oder aber kurzstationäre Strukturen überführt werden, so der Virchowbund-Chef. (hom)

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