Vorhersage von Therapieerfolg nur Frage der Zeit

Genanalysen sind auch bei Rheuma im Kommen.

Von Michael Hubert Veröffentlicht:

Warum RA-Patienten unterschiedlich auf die gleiche Basisarznei ansprechen, führt Professor Ulf Müller-Ladner auf genetische Unterschiede zurück. Bisher ließ sich die Wirksamkeit einer Therapie für einen bestimmten Patienten nur durch Versuch und Irrtum feststellen. Doch Experimente mit isolierten Synovialzellen seien vielversprechend, so Müller-Ladner.

Forscher konnten zeigen, dass in Zellen aus der Synovia von Mäusen mit induzierter RA etwa die Interleukine IL-1 und IL-6 und auch TNFa in hoher Konzentration vorhanden sind. Durch Zugabe von Methotrexat oder Leflunomid zu den isolierten Zellen ging die Konzentration der Entzündungsmediatoren zurück. "Bis auf Grundlage dieser Erkenntnisse ein System zur individuellen Therapievorhersage entwickelt wird, ist es jedoch noch ein langer Weg", so der Rheumatologe von der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim beim Rheuma Update in Wiesbaden.

Gentest vor Einsatz von TNFa- Blocker?

Schon heute lässt sich aber voraussagen, ob eine Therapie mit TNFa-Blockern wirksam ist, und zwar anhand der Rheumafaktoren (RF), ergänzte Professor Klaus Krüger vom Praxiszentrum St. Bonifatius in München. Ein hoher RF-IgA-Titer bedeute einen geringen Erfolg der Therapie mit einem TNFa-Blocker, so Krüger.

Und auch das Vorhandensein eines bestimmten Allels (PTPN 22) scheint ungünstig für das Ansprechen auf eine Therapie mit einem TNFa-Blocker zu sein, haben Forscher aus Magdeburg herausgefunden. Während ein anderes Gen (CD11c) für einen Therapieerfolg mit den TNFa-Hemmern spricht, ist es vorhanden.

Doch weltweit arbeiten Forscher nicht nur an Modellen zur Therapievorhersage, auch Zielstrukturen für neue Arzneien werden erforscht. Es gebe nicht das eine Schlüsselmolekül, sondern mehrere entscheidende Faktoren, so Müller-Ladner.

Lesen Sie auch: Rheuma-Therapie in Schwangerschaft und Stillzeit: Neue Empfehlungen

Lesen Sie dazu auch: Bei Rheuma geht’s schneller zum Experten

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Ministerin plant Entlastungsprogramm

Warkens Reformfahrplan: Apotheker werden „Hausärzte light“

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Abb. 2: Schneller Wirkeintritt von Naldemedin im Vergleich zu Placebo in den Studien COMPOSE-1 und COMPOSE-2

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [15]

Opioidinduzierte Obstipation

Selektive Hemmung von Darm-Opioidrezeptoren mit PAMORA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Viatris-Gruppe Deutschland (Mylan Germany GmbH), Bad Homburg v. d. Höhe
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Hotline Impfen

Stellen Sie Ihre Fragen zum Impfen!

Lesetipps
Ein Arzt erläutert seinem Patienten mit Fettlebererkrankung anhand eines Anatomiemodell der Leber die prognostischen Risiken.

© manassanant / stock.adobe.com

Hepatisches Risiko erhöht

Schlank und MASLD – das macht der Leber schwer zu schaffen

Eine Person im CT.

© oksanazahray / stock.adobe.com

Risikoadaptiertes Vorgehen

Lungenkrebs-Screening: Nach Rauchstopp erst später ins CT?

Eine Hand lehnt demonstrativ eine Spritze ab.

© anyaivanova / Getty Images / iStock

1,1 Millionen Erwachsene befragt

COVID-19: Impfskepsis häufig doch überwindbar