Krisensitzung

WHO berät weiter über Zika-Gesundheitsnotstand

Die WHO hat noch nicht entschieden, ob sie wegen der zunehmenden Ausbreitung des Zika-Virus den Gesundheitsnotstand ausrufen will.

Veröffentlicht:

GENF/RIO DE JANEIRO. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird voraussichtlich am Dienstag (2. Februar) bekannt geben, ob wegen des Zika-Virus der weltweite Gesundheitsnotstand ausgerufen wird. Das teilte ein Sprecher der WHO am Montagnachmittag mit.

Ein WHO-Beirat von medizinischen Experten aus verschiedenen Ländern beriet über die Maßnahme am Montag in einer Konferenzschaltung. Zuletzt hatte die WHO im August 2014 wegen Ebola in Westafrika einen globalen Notstand erklärt.

Der Expertenrat soll Maßnahmen zur Eindämmung des Erregers vorschlagen, der sich in Lateinamerika rasant ausbreitet.

Schädelfehlbildungen bei Infizierten

Mit Ausrufung eines Gesundheitsnotstandes könnten die Länder direkt sinnvolle Gegenmaßnahmen vereinbaren, wie Prof. Christian Drosten vom Institut für Virologie der Universitätsklinik in Bonn erklärte.

Er erwarte in diesem Fall etwa Empfehlungen zur Moskitobekämpfung. "Konkrete Reisewarnungen kann ich mir derzeit nicht vorstellen."

Das Virus wird von der Moskitoart Aedes aegypti übertragen. Es steht im Verdacht, bei einer Infektion von Schwangeren Schädelfehlbildungen bei Babys auszulösen. Die Kinder kommen mit einem zu kleinen Schädel auf die Welt (Mikrozephalie); das führt zu geistiger Behinderung.

Vieles deute auf einen solchen Zusammenhang in Lateinamerika hin, sagte Infektionsepidemiologin Christina Frank vom Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin.

"Was man noch gar nicht abschätzen kann, ist, ob noch Co-Faktoren vorhanden sein müssen."

Das könnten etwa Antikörper gegen andere Viren sein, die zusammen mit dem Zika-Virus eine Mikrozephalie auslösen.

Möglich sei auch, dass nicht Zika, sondern ein ganz anderer Faktor der Verursacher ist. "Das könnte zum Beispiel ein Medikament sein", sagte die Expertin.

Allein in Brasilien gibt es schon etwa 4180 Mikrozephalie-Verdachtsfälle. Erst in sechs Fällen konnte definitiv nachgewiesen werden, dass sich die Frauen zuvor mit Zika infiziert hatten. In dem Land gibt es jetzt verstärkt Abtreibungen, wie die Zeitung "Folha de São Paulo" berichtete. (dpa)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Auswirkung auf Arzneiversorgung

Pharmaindustrie warnt vor Helium-Engpässen durch Irankrieg

Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
Dr. Wolfgang P. Bayerl 02.02.201621:22 Uhr

@Peter Puschel Sie verwechseln ein Virus mit einer Sau

Bei Missbildungen von Neugeborenen ist nicht zu spaßen, fragen Sie einen Geburtshelfer, besser einen Anwalt, jedenfalls in Deutschland, das eh zu wenig (deutschen) Nachwuchs hat.
Die Rötelnembryopathie hat hier bei uns fast 5000 Missbildungen verursacht.
Ist doch toll, dass es dafür heute ein Impfung gibt.
Bemerkenswert ist nur die deutsche Angst vor dem kleinen Piks, besonders bei der "Schweinegrippe"

Peter Peschel 02.02.201614:47 Uhr

wird die nächste Sau durchs Dorf getrieben...

Hallo zusammen,

wird die nächste Sau durchs Dorf getrieben um neue Impfungen zu etablieren...
Ja was soll man nur glauben, wird die nächste Sau durchs Dorf getrieben um neue Impfungen zu etablieren ? WHO - Vorstände - Pharma - Schweinegrippe lässt grüßen...
anbei ein kleiner Link

http://www.zeit.de/…/zika-virus-who-gesundheitsnotfall-angst

Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1: Pharmakokinetik von Rezafungin bei einer Dosierung von 400mg, gefolgt von 200mg einmal wöchentlich

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [10]

Invasive Candida-Infektionen

Modernes Echinocandin – optimierte Eigenschaften und klinische Vorteile

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mundipharma Deutschland GmbH & Co. KG, Frankfurt/Main

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Off-Label-Use möglich

Long-COVID-Therapie: So schätzt Hausarzt Maibaum den G-BA-Beschluss ein

Lesetipps