Direkt zum Inhaltsbereich

Mosambik

WHO bereitet 900.000 Cholera-Impfungen vor

Der Zyklon „Idai“ hat Afrika hart getroffen. Jetzt versucht die WHO, die Ausbreitung von Krankheiten zu stoppen. UN-Generalsekretär Guterres sieht auch anderswo Handlungsbedarf, um solche Katastrophen einzudämmen: beim Klimaschutz.

Veröffentlicht:
Cholera-Erreger: Die WHO rüstet sich gegen eine Epidemie mit hunderttausenden Impfungen.

Cholera-Erreger: Die WHO rüstet sich gegen eine Epidemie mit hunderttausenden Impfungen.

© CAVALLINI JAMES / BSIP / picture alliance

BEIRA/GENF/NEW YORK. Nach dem verheerenden Zyklon „Idai“ im südlichen Afrika bereitet sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach eigenen Angaben auf einen möglichen starken Anstieg von Krankheiten vor. 900.000 Cholera-Impfungen seien auf dem Weg nach Mosambik.

In der stark betroffenen Stadt Beira würden drei Behandlungszentren für Cholera aufgebaut, teilte die WHO-Leiterin in Mosambik, Djamila Cabral, am Dienstag mit. Der UN-Generalsekretär António Guterres bezeichnete die Katastrophe auch als Folge des Klimawandels und forderte zum schnellen Handeln auf.

Nach Katastrophen wie dieser bestehe stets ein extrem hohes Risiko an Durchfallerkrankungen, sagte Cabral. „Wir bereiten uns auch auf einen hohen Anstieg an Malaria in den kommenden Wochen vor“, so die WHO-Leiterin in Mosambik. 900.000 Moskito-Netze würden besorgt.

Warnung vor Klimawandel

Guterres sprach von einer der „schlimmsten wetterbedingten Katastrophen in der Geschichte Afrikas“ und warnte vor den Gefahren des Klimawandels. „Wir befürchten, dass an Orten, die wir noch nicht erreicht haben, ganze Dörfer weggespült worden sind“, sagte der UN-Generalsekretär am Dienstag in New York. Der Zyklon „Idai“ sei ein „ungewöhnlich heftiger und lang anhaltender Sturm“ gewesen und damit eine „weitere Alarmglocke für die Gefahren des Klimawandels“.

Da Ereignisse wie „Idai“ mit ihren zerstörerischen Folgen immer häufiger vorkämen, sei dringendes Handeln nötig, sagte Guterres weiter. Er erinnerte an den für September geplanten UN-Klimagipfel. „Angesichts der Turbo-Stürme brauchen wir Klimaschutzmaßnahmen auf Hochtouren“, forderte der UN-Generalsekretär.

Lebensmittel für etwa 172 Millionen Dollar nötig

Nach UN-Schätzungen sind rund drei Millionen Menschen betroffen. „Jetzt, wo das gewaltige Ausmaß der Zerstörung deutlicher wird, steigt die Zahl der Menschen in Not rapide, und es muss mehr getan werden“, sagte der Sprecher des Welternährungsprogramms (WFP), Herve Verhoosel, am Dienstag.

Das WFP plane, 1,7 Millionen Menschen in Mosambik, 732 000 Menschen in Malawi und 270 000 Menschen in Simbabwe mit Nahrungsmitteln zu versorgen – falls sie das benötigte Geld zusammenbekämen. Dafür würden rund 172 Millionen Dollar gebraucht.

Am 15. März hatte der schwere Tropensturm weite Teile von Mosambik, Malawi und Simbabwe verwüstet und mit heftigen Regenfällen vor allem in Mosambik weite Landstriche unter Wasser gesetzt. Rund 700 Menschen sind nach Regierungsangaben ums Leben gekommen – die tatsächliche Zahl dürfte Helfern zufolge jedoch deutlich höher liegen. (dpa)

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Pityriasis versicolor

© iStock / C5C

Kleienpilzflechte im Sommer

Pityriasis versicolor sicher erkennen und gezielt behandeln

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: MS-Krankheitsdynamik: Patientinnen und Patienten bewegen sich von frühen Stadien über Phasen fokaler Entzündung in fortgeschrittene, meist irreversible Stadien

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [4]

Multiple Sklerose heute

Praxisrelevante Daten im Fokus

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Abb. 1: Pharmakokinetik von Rezafungin bei einer Dosierung von 400mg, gefolgt von 200mg einmal wöchentlich

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [10]

Invasive Candida-Infektionen

Modernes Echinocandin – optimierte Eigenschaften und klinische Vorteile

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mundipharma Deutschland GmbH & Co. KG, Frankfurt/Main
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Erfahrungsberichte aus ärztlicher Perspektive

DiGADocs: Hausärzte testen Digitale Gesundheitsanwendungen für Kollegen

Klassifikation von Herztönen nach Auskultation

Zusammenarbeit Mensch und KI: Das Vertrauen kann täuschen

Lesetipps
Richterhammer und Klemmbrett

© Andrii / Stock.adobe.com

Interview

EU AI Act: Was die neuen Transparenzpflichten für Praxen bedeuten

Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus

© iLexx / Getty images / iStock

Vergleich der Kreise

Wo MRSA-Infektionen besonders häufig sind

Die Ärzte Zeitung ist jetzt auch auf Instagram aktiv.

© prima91 / stock.adobe.com

Social Media

Folgen Sie der Ärzte Zeitung auf Instagram