Arzneiproduktion

WHO richtet Ausbildungszentrum rund um Biotechnologie ein

Die Weltgesundheitsorganisation will ärmere Länder bei der Arzneiproduktion stärken. Damit zieht sich auch Konsequenzen aus den Erfahrungen bei der Produktion von Corona-Impfstoffen.

Veröffentlicht:
WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus: „Diese Fähigkeiten aufzubauen wird sicherstellen, dass die Länder nötige Gesundheitsprodukte mit gutem Qualitätsstandard selbst herstellen können und nicht mehr am Ende der Schlange warten müssen.“

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus: „Diese Fähigkeiten aufzubauen wird sicherstellen, dass die Länder nötige Gesundheitsprodukte mit gutem Qualitätsstandard selbst herstellen können und nicht mehr am Ende der Schlange warten müssen.“

© Salvatore Di Nolfi/dpa

Genf. Um die Herstellung von Medikamenten in mehr Ländern zu fördern, richtet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein Ausbildungszentrum rund um Biotechnologie in Südkorea ein.

Länder mit niedrigen und mittleren Einkommen sollen von dort aus bei der Produktion von Impfstoffen, Insulin, monoklonalen Antikörpern und Krebsmedikamenten unterstützt werden, wie die WHO am Mittwoch in Genf berichtete.

Sie hatte 2021 bereits ein ähnliches Zentrum für die mRNA-Impfstoff-Technologie in Südafrika eingerichtet. Die dort entwickelten Techniken und Produkte sollen an zahlreiche Länder weitergeben werden, darunter neu auch Vietnam, Serbien und Pakistan.

Technologietransfer allein reicht nicht

Der Technologietransfer von etablierten an neue Herstellerfirmen in ärmeren Ländern scheitere oft an mangelndem Fachpersonal und schwachen Regulierungsbehörden in diesen Ländern, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. „Diese Fähigkeiten aufzubauen wird sicherstellen, dass die Länder nötige Gesundheitsprodukte mit gutem Qualitätsstandard selbst herstellen können und nicht mehr am Ende der Schlange warten müssen.“

So geschah es mit den Corona-Impfstoffen, wie Tedros seit Monaten kritisiert. Während reiche Länder sich einen Großteil der Produktion bei den Herstellern über Verträge sicherten und große Impfkampagnen starteten, mussten arme Länder monatelang auf die ersten Impfstofflieferungen warten.

Kompetente Regulierungsbehörden sind wichtig

Das Zentrum in der Nähe von Seoul bildet bereits Nachwuchs für südkoreanische Unternehmen aus. Es wird künftig auch Bewerbungen aus anderen Ländern annehmen, so die WHO. Der Lehrplan werde jetzt entwickelt. Schwerpunkt sei eine praktische Ausbildung für Produkte mit hohen Qualitätsstandards.

Parallel verstärkt die WHO ihre Arbeit mit Regulierungsbehörden, um sie zu stärken. In den Regionen sollen Exzellenzzentren ausgewiesen werden, die anderen Ländern beim Aufbau schlagkräftiger Behörden zur Seite stehen. (dpa)

Mehr zum Thema

Bessere Gesundheitsversorgung

Säuglingssterblichkeit in der EU gesunken

Vasco da Gama Movement

Allgemeinmediziner haben Schlüsselfunktion

Kommentare
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Schlafstörung? Da greifen viele Patienten eigenständig zu Melatonin. (Symbolbild mit Fotomodellen)

© Yakobchuk Olena / stock.adobe.com

Gastbeitrag

Schlafstörungen: Vorsicht vor unkritischem Melatonin-Einsatz

Constanze Jäger fungiert am Städtischen Klinikum Braunschweig als Employee Happiness Managerin.

© [M] Porträt: Klinikum Braunschweig/Dennis Schulten | Martyshova / stock.adobe.com

Zufriedene Mitarbeiter

Glücksmanagerin greift im Krankenhaus unter die Arme