Wahlleistungen in Kliniken gewinnen an Bedeutung

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KÖLN (iss). Medizinische Wahlleistungen, die Patienten selbst bezahlen müssen, werden für die Krankenhäuser künftig an Bedeutung gewinnen. Davon geht Georg Baum aus, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG).

"Das ist ein Bereich in den Kliniken, der sich mehr und mehr entwickeln kann, insbesondere wenn die Definition des medizinischen Nutzens immer restriktiver wird", sagte Baum bei der 7. Kölner Ringvorlesung "Gesundheitsökonomie" des Instituts für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie der Universitätsklinik Köln.

Außer den - von gesetzlich Versicherten oft über private Zusatzpolicen abgedeckten - Leistungen wie der Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer oder die Behandlung durch den Chefarzt gebe es in den Krankenhäusern auch medizinische Wahlleistungen. Das sei aber noch wenig bekannt, sagte Baum. Allen Arten von Wahlleistungen sei gemeinsam, dass sie medizinisch nicht notwendig seien.

Er nannte ein Beispiel für eine medizinische Wahlleistung: Ein Patient wünscht den Einsatz eines Implantats aus Platin statt des Materials, das ansonsten in der Klinik verwendet wird. Dann könne ihm das Krankenhaus die Mehrkosten des Implantats und gegebenenfalls auch den ärztlichen Mehraufwand sowie einen Gewinnanteil in Rechnung stellen, so Baum.

In die Kategorie "Wahlleistung" könnten alle Abweichungen von der Standardbehandlung fallen, ebenso wie die Erhebung zusätzlicher Laborwerte. Außerdem als Wahlleistungen denkbar seien Behandlungen ohne jede medizinische Indikation wie Schönheitsoperationen oder ambulante Behandlungen jenseits der Ermächtigung oder ambulanter Operationen, erläuterte er.

"Ich rate den Krankenhäusern, beim Angebot solcher Leistungen mit Augenmaß vorzugehen", sagte Baum weiter. "Aber die Bedeutung wird zunehmen." Grundsätzlich sei es die Philosophie der Deutschen Krankenhausgesellschaft, dass Innovationen ins System kommen und erstattet werden sollen. "Es ist nicht unser Ziel, in Zukunft alles in die Wahlleistung zu schicken", betonte er.

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