Wirtschaftsprognose

Weniger Wachstum, doch der Arbeitsmarkt bleibt stabil

Die Bundesregierung senkt ihre Konjunkturprognose drastisch auf 2,2 Prozent für das laufende Jahr. Gut für die Sozialkassen: Die Arbeitnehmerentgelte sollen um fünf Prozent steigen.

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Stellte die deutlich schlechtere Konjunkturprognose der Bundesregierung vor: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) am Mittwoch in Berlin.

Stellte die deutlich schlechtere Konjunkturprognose der Bundesregierung vor: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) am Mittwoch in Berlin.

© Kay Nietfeld/dpa

Berlin. Die wirtschaftlichen Erwartungen trüben sich für das laufende Jahr weiter ein. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat am Mittwoch die Konjunkturerwartungen für das Wirtschaftswachstum von 3,6 auf 2,2 Prozent reduziert (2021: 2,9 Prozent). Für das kommende Jahr geht die Regierung von einem Wachstum von 2,5 Prozent aus. Der Sachverständigenrat als Beratergremium der Regierung ging Ende März in seiner Prognose sogar von nur noch 1,8 Prozent Zunahme des Bruttoinlandsprodukts aus.

Damit hat die Regierung ihre Erwartungen aus der Jahresprojektion im Januar deutlich nach unten korrigiert. Sowohl die hohen Energiepreise, als auch die Sanktionen und die gestiegene Unsicherheit belasteten die Wachstumsaussichten der deutschen Volkswirtschaft.

Der Wert von 2,2 Prozent gehe von der Annahme aus, dass es nicht zu einer Blockade von Energielieferungen aus Russland kommt – anderenfalls werde eine Rezession in Deutschland unvermeidlich sein, sagte Habeck. Die in einem solchen Fall befürchteten Einbußen beim Bruttoinlandsprodukt schwankten in den Voraussagen von minus 0,5 bis zu mehr als minus sechs Prozent, hieß es.

Mehr Erwerbstätige erwartet

Die Zahl der inländischen Erwerbstätigen wird trotz der ungünstigen Rahmenbedingungen der Frühjahrsprojektion zu Folge um ein Prozent auf 45,39 Millionen steigen. Die Arbeitnehmerentgelte werden im laufenden Jahr sogar um 5,1 Prozent zulegen (2021: 3,7 Prozent). Die Arbeitslosenquote wird nach der aktuellen Prognose im Jahresverlauf leicht von 5,7 auf 5,0 Prozent sinken.

Begleitet werden die eingetrübten wirtschaftlichen Erwartungen durch eine hohe Inflationsrate von 6,1 Prozent. Solche Raten wurden bislang nur zu Zeiten der Ölkrise in den 70er Jahren oder kurz nach der Wiedervereinigung beobachtet. Im kommenden Jahr liegt die Inflationsrate nach der Prognose mit 2,8 Prozent wieder deutlich niedriger. (fst)

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