Krankenkassen

Wieso diese Therapie? Jeder zweite Patient möchte mehr Infos

Bei Entscheidungen über eine medizinische Behandlung wollen 53 Prozent der Patienten in Bayern vom Arzt "mehr eingebunden" werden, hat eine Umfrage ergeben.

Von Jürgen Stoschek Veröffentlicht:
Mehr Mitspracherecht bei der Therapie und Information wünschen viele Patienten.

Mehr Mitspracherecht bei der Therapie und Information wünschen viele Patienten.

© photos.com

MÜNCHEN. Jeder zweite Versicherte in Bayern will bei der Behandlungswahl von seinem Arzt stärker beteiligt werden. Das ergibt sich aus einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse, bei der im Juli in den sieben bayerischen Regierungsbezirken 1004 Erwachsene befragt wurden. Mit der Befragung wollte die TK herausfinden, wie mündig die Patienten in Bayern sind. Von den Befragten erklärte fast ein Drittel, sie seien chronisch krank und würden mehr als fünfmal im Jahr zum Arzt gehen.

Elf Prozent der Befragten teilten mit, dass sie sich im Gespräch mit ihrem Arzt unsicher fühlen. Jeder Sechste findet, dass sein Arzt zu viele Fachbegriffe verwendet. 22 Prozent berichteten, dass sie sich vor einem Arztbesuch nicht genau überlegen, was sie fragen möchten. Jeder Vierte meint, er sei nicht in der Lage sich im Krankheitsfall alle für die eigene Behandlung wichtigen Informationen beschaffen zu können. Ebenso viele können aber auch nicht einschätzen, ob die Informationen, die sie zum Thema Gesundheit bekommen, glaubwürdig sind.

Bayernweit erklärte jeder dritte Befragte, er "nehme die Medikamente nicht immer so ein, wie der Arzt oder Apotheker es empfiehlt". In Oberbayern sind es den Befragungsergebnissen zufolge sogar 47 Prozent, während in Oberfranken und Schwaben sich nach eigenem Bekunden nur etwa jeder Fünfte nicht an die Anweisungen hält.

Das Thema Patientenkompetenz werde noch viel zu sehr unterschätzt, kommentierte der Leiter der TK-Landesvertretung Christian Bredl die Ergebnisse. Patienten hätten nicht nur ein Recht auf Information und Aufklärung. Ebenso bedeutsam sei, dass informierte und kompetente Patienten wesentlich dazu betragen können, Behandlungskosten aufgrund fehlender Therapietreue oder falscher Medikamenteneinnahme zu reduzieren, betonte Bredl.

Mehr zum Thema

Erfolgreiche Sondierung

Das plant die Ampelkoalition im Bereich Gesundheit

Ambulantisierung der Medizin

Barmer will mehr Vertragsarzt und weniger Krankenhaus

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Zeitgenössischer Kupferstich von William T. G. Morton und Kollegen im Massachusetts General Hospital in Boston. Mittels eines Glaskolbens führte Morton die Äthernarkose vor.

© akg-images / picture-alliance

175 Jahre Anästhesie

Triumph über den Schmerz

Nach erfolgreicher Sondierungswoche (v.l.n.r): Robert Habeck und Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz und FDP-Chef Christian Lindner am Freitag in Berlin.

© Kay Nietfeld/picture alliance

Erfolgreiche Sondierung

Das plant die Ampelkoalition im Bereich Gesundheit