Direkt zum Inhaltsbereich

Positionspapier zum Rauchstopp

Wissenschaftler brechen Lanze für E-Dampf

Renommierte Ärzte und andere Wissenschaftler plädieren für mehr Gehör seitens der Kassen und versorgenden Mediziner für schadensminimierende Rauchalternativen.

Matthias WallenfelsVon Matthias Wallenfels Veröffentlicht:
E-Dampf als risikominimierende Alternative zur konventionellen Tabakzigarette ist nicht sehr beliebt bei deutschen Rauchern.

E-Dampf als risikominimierende Alternative zur konventionellen Tabakzigarette ist nicht sehr beliebt bei deutschen Rauchern.

© Knut Wiarda / stock.adobe.com

Frankfurt/Main. Ärzte und Krankenkassen weisen Patienten, die mit dem Rauchen aufhören wollen, zu selten auf schadensminimierende Alternativen wie E-Zigaretten oder Tabakerhitzer hin. Das monieren mehrere renommierte Wissenschaftler um Professor Heino Stöver, Leiter des Instituts für Suchtforschung Frankfurt am Main (ISFF) an der Frankfurt University of Applied Sciences.

Das Problem: Auch E-Zigaretten haben ein schlechtes Image und gelten als Einstieg in den Tabakkonsum – zu Unrecht, wie das Team um Stöver mit Verweis auf Studien darlegt, in denen nachgewiesen wurde, dass die Dampfer ein im Vergleich zu konventionellen Tabakzigaretten um 95 Prozent reduziertes Schädigungsrisiko aufwiesen. Dennoch halte die Mehrheit der Raucher E-Zigaretten für mindestens genauso schädlich wie konventionelle Glimmstängel.

„Nicht harmlos, aber weniger schädliche Alternative“

„Es ist ganz klar zu formulieren, dass die E-Zigarette und Tabakerhitzer nicht harmlos sind, aber eine weniger schädliche Alternative zum Weiterrauchen darstellen, wenn anders der Verzicht auf die weit gefährlichere Tabakzigarette nicht gelingt“, postuliert Stöver. Die Unterzeichner des Positionspapiers fordern, alternative Produkte wie Tabakerhitzer, E-Zigaretten und tabakfreie Nikotinprodukte als Hilfsmittel zur Senkung der Raucherzahlen anzuerkennen.

Zu den Unterzeichnern gehören neben Ärzten auch Ute Mons, langjährige Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention beim Deutschen Krebsforschungszentrum und nun Professorin für kardiovaskuläre Epidemiologie des Alterns an der Kölner Uni, Professor Bernhard- Michael Mayer (Uni Graz) sowie Dr. Ernest Groman, Wissenschaftlicher Leiter des Nikotin Instituts in Wien.

Auch Betriebe sollen in der Pflicht sein

„Es ist dringend geboten, den bestehenden Präventions- und Regulierungsbemühungen das Instrumentarium der Tobacco Harm Reduction an die Seite zu stellen“, ergänzt Stöver, der auch auf europäischer Seite dafür wirbt, den Ansatz der Harm Reduction im Zuge der Ausgestaltung des EU-Krebsplans zu integrieren.

Er empfiehlt auch Betrieben, ihre rauchenden Arbeitnehmer auf alternative Produkte zu herkömmlichen Zigaretten hinzuweisen. Immerhin betrügen die direkten und indirekten Kosten des Rauchens für Unternehmen in Deutschland pro Jahr 56,14 Milliarden Euro. „Das allein sollte Grund genug sein, im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements neben anderen Rauchstoppmethoden auch den Umstieg auf Produkte ohne Tabakverbrennung bekannt zu machen“, so Stöver.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Bundesamt für Soziale Sicherung

Kampf gegen Upcoding: Kassenaufsicht gelähmt von Bürokratie

Praxiswissen und Innovation

Neuauflage des Tages der Privatmedizin am 21. November

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

© libre de droit | iStock

Update MS

Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

© Yozayo | iStock

Intrathekale Entzündung

Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Ein erreichbares Ziel bei MS?

© Merck KGaA

Therapiefreie Remission

Ein erreichbares Ziel bei MS?

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Durvalumab im Real-World-Vergleich

© Springer Medizin Verlag

ED-SCLC

Durvalumab im Real-World-Vergleich

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Wirksamkeit der TTFields-Therapie

© Novocure

Arztinformation – Metastasiertes NSCLC und Mesotheliom

Wirksamkeit der TTFields-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novocure GmbH, München
Aktualisierte Ergebnisse der Phase-III-Studie AEGEAN

© Budi / stock.adobe.com (generiert mit KI)

Perioperatives Durvalumab beim resezierbaren NSCLC im Stadium IIA–IIIB [N2]

Aktualisierte Ergebnisse der Phase-III-Studie AEGEAN

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Pflichten, Abrechnung und Angehörigenwünsche

Worauf es bei der ärztlichen Leichenschau ankommt

Lesetipps
Die Hepatitis-B-Impfung hat in einem Impfausweis ein Kreuz.

© Daniel Naupold/dpa

Besonderes Augenmerk auf HBV

HIV und Impfungen: Was beachten, was testen?

Eine Frau fasst sich mit den Händen an den Kopf.

© Graphicroyalty / stock.adobe.com

Mentale Gesundheit gestärkt

Mit einem Fünf-Tages-Programm gegen chronischen Kopfschmerz