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Aufklärung

Woche der Wiederbelebung setzt auf Ärzte

Diese Woche im Fokus: die Reanimation. Mehr Laien müssen geschult werden, sind sich Experten einig.

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NEU-ISENBURG. Deutschland braucht mehr Ersthelfer - dies zeigt sich vor allem im internationalen Vergleich: Während im Ernstfall nur 15 Prozent der Deutschen helfen, sind es in den Niederlanden und vielen skandinavischen Ländern bis zu 60 Prozent, kritisiert das Deutsche Grüne Kreuz in einer aktuellen Mitteilung. Diese Bilanz sei "beschämend".

Die Woche der Wiederbelebung, die am 19. September gestartet ist, macht auf dieses Problem aufmerksam. Um mehr Laien für die Wichtigkeit der Wiederbelebung zu sensibilisieren, setzt die Aktionswoche auch auf Ärzte und Kliniken: Sie können etwa mit Broschüren und Gesprächen auf die Wichtigkeit der Reanimation hinweisen.

Bis 26. September finden bundesweit Lehrveranstaltungen statt. "Oftmals sind viele Menschen im Ernstfall überfordert", erklärt Professor Hugo van Aken, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin. Dass eine einfache Herzdruckmassage ausreicht, wüssten viele nicht. Hier gelte es aufzuklären.

"Muss zur Selbstverständlichkeit werden"

"Wiederbelebung muss zur Selbstverständlichkeit in Familie, Schule, Arbeit sowie im Freizeitbereich werden", sagt Dr. Edgar Franke, Vorsitzender des Gesundheitsausschusses des Bundestages. Die Mitglieder des Ausschusses haben sich jüngst in der Herzdruckmassage unterweisen lassen, um ein Zeichen zu setzen.

Doch auch im medizinischen Bereich gibt es Verbesserungspotenzial: Der Ausbildungsstand in deutschen Kliniken sei extrem unterschiedlich, kritisiert Professor Bernd W. Böttiger, Vorsitzender des Deutschen Rates für Wiederbelebung (GRC).

"Die Qualität und die Quantität der Reanimationsversorgung müssen über die komplette Rettungskette von Laien, Notruf, Rettungsdienst und Weiterversorgung im Krankenhaus verbessert werden."

Das jüngst veröffentlichte Weißbuch Reanimationsversorgung enthält Empfehlungen, wie Versorgungsprozesse optimiert werden müssen.

In Deutschland erleiden 40.000 bis 64.000 Menschen jährlich laut Angaben des Deutschen Grünen Kreuzes einen plötzlichen Herzstillstand.Würden mehr Laien die richtigen Maßnahmen einleiten, könnten laut Grünem Kreuz 5000 Menschen im Jahr gerettet werden. (jk)

Ärzte und Kliniken können ihre geplanten Veranstaltungen auf www.einlebenretten.de veröffentlichen. Hier findet sich auch Schulungs- und Informationsmaterial.

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