Windpocken

Zahl der Infektionen steigt stark

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KÖLN. Im ersten Halbjahr 2016 hat es in Deutschland einen deutlichen Anstieg bei Keuchhusten- und Windpockenerkrankungen gegeben. Das geht aus aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zu impfpräventablen Krankheiten hervor.

Ganz anders das Bild bei Masern: Hier reduzierte sich die Zahl der Fälle von 2343 im ersten Halbjahr 2015 auf 183. Zyklische Verläufe sind nach Angaben des RKI bei allen drei Erkrankungen typisch.

Nach dem Epidemiologischen Bulletin des RKI wurden von Januar bis Juni bundesweit 16 227 Windpocken-Fälle gemeldet, das waren 28,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Da es bei Windpocken erst seit drei Jahren eine Meldepflicht gibt, fehlen lange Zeitreihen zum Vergleich, teilte das Institut auf Anfrage mit.

Möglicherweise gebe es auch noch "Nachholeffekte", da sich die Meldepflicht offenbar nur langsam durchsetze.

Noch stärkere Zunahme bei Keuchhusten

Bei Keuchhusten war die Zunahme noch stärker. Hier registrierte das RKI im ersten Halbjahr mit 6174 Fällen 30,6 Prozent mehr.

Bei Mumps verzeichnete das Institut zwar einen Rückgang um 13,8 Prozent auf 373 im ersten Halbjahr. Im gesamten Jahr 2015 gab es rund 700 Meldungen – auf das Gesamtjahr gesehen, scheint die Entwicklung also stabil zu sein. "Jährliche Schwankungen treten immer wieder auf, scheint es aktuell aber nicht zu geben." Im Bundesgebiet erkrankten 22 Personen an Röteln, verglichen mit 19 ein Jahr zuvor.

Die AOK Nordwest hat die Zahlen des RKI zum Anlass genommen, um auf die Notwendigkeit hinzuweisen, vor allem Kinder gegen Windpocken zu impfen. In Westfalen-Lippe war die Zahl der Windpockenfälle im ersten Halbjahr mit 44,3 Prozent überdurchschnittlich stark gestiegen. (iss)

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