Arzneimittelabgabe

„Wir können ordentlich versorgen“, versichern die Apotheker

Rabattverträge wegen Corona aussetzen? Einige Apotheker erhoffen sich davon Risikominderung in der Offizin. Die ABDA will sich dem jedoch nicht anschließen.

Veröffentlicht: 16.03.2020, 15:52 Uhr

Berlin. Der Branchendachverband ABDA hat derzeit keinen Anlass, den Notstand in den Apotheken auszurufen. „Die Apothekerschaft sieht keine durch die Corona-Krise verursachten Engpässe in der Arzneimittelversorgung“, ließ der Verband am Montag wissen. Derzeit könne man die Patienten „ordentlich versorgen“ und auch die Herstellung von Desinfektionsmitteln in apothekereigenen Laboren sei „zwischenzeitlich gut angelaufen“.

Mit ihrer Meldung dementiert die ABDA auch Forderungen aus den eigenen Reihen, die Substitutionsverpflichtung gegenüber Rabattverträgen aufzuheben. Der Apothekerverband Rheinland-Pfalz (LAV) sowie die Vereinigung „Freie Apothekerschaft“ hatten kurz zuvor dafür plädiert, um der reibungsloseren Medikamentenabgabe willen die Rabattverträge außer Kraft zu setzen.

Um die Rabattverträge zu bedienen, müssten Patienten „nicht selten mehrfach in die Apotheke kommen“, schreibt der LAV. Was aber „aufgrund des derzeitigen Infektionsrisikos nicht sinnvoll“ sei. Auch die Verpflichtung der Apotheken, in einem gewissen Umfang Importarzneimittel abzugeben, solle deshalb auf Eis gelegt werden.

Dem will ABDA-Präsident Friedemann Schmidt offenkundig so nicht folgen: „Wir kennen Lieferengpässe schon seit Jahren. Und sie machen den Apotheken eine Menge Arbeit. Zusätzliche Probleme, die auf den Ausbruch der Coronavirus-Pandemie zurückzuführen wären, stellen wir aber nach wie vor nicht fest“.

An rezeptfreien Präparaten herrsche ebenfalls kein Mangel „Deswegen gibt es auch keinen Grund, Arzneimittel zu hamstern“, so Schmidt weiter. Der ABDA-Vorsitzende forderte außerdem auf, sich nicht durch Wichtigtuer in den sozialen Medien verunsichern zu lassen. Schmidt: „Wenn sich plötzlich Nachrichten zu angeblichen Gefahren oder Wunderwirkungen bestimmter Medikamente im Netz verbreiten, dann ist Vorsicht geboten. Fragen Sie einen Experten. Apotheker stehen für Fakten statt Fake-News.“ (cw)

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