106 Zeugen, 6 Sachverständige: Mammutprozess in Sachen Wegberg-Klinik

KÖLN (iss). Es wird ein Mammutprozess: Am Donnerstag eröffnet das Landgericht Mönchengladbach (LG) das Verfahren gegen den ehemaligen ärztlichen Leiter der Klinik Wegberg und sieben weitere Ärzte.

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Angesetzt sind zwanzig Verhandlungstage, die Staatsanwaltschaft hat 106 Zeugen und sechs medizinische Sachverständige benannt. Das Verfahren soll bis März 2010 dauern.

Die Liste der Vorwürfe gegen den Chefarzt, der zugleich Geschäftsführer und Eigentümer der Klinik war, ist lang. Ihm werden Körperverletzung mit Todesfolge (drei Fälle), schwere Körperverletzung (ein Fall), gefährliche Körperverletzung (24 Fälle), einfache Körperverletzung (31), fahrlässige Körperverletzung (fünf), fahrlässige Tötung (vier) und unterlassene Hilfeleistung (ein Fall) vorgeworfen. Die anderen Mediziner stehen im Verdacht der Beteiligung an den Taten und der unterlassenen Hilfeleistung.

Eine anonyme Anzeige hatte Ende 2006 Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ausgelöst. Nach ihren Ergebnissen unterwarf der mit einer ungewöhnlichen Machtfülle ausgestattete Arzt alle Abteilungen einem strengen Wirtschaftlichkeitspostulat.

Das habe sich insbesondere auf die Gabe von Blutkonserven und teureren Medikamenten ausgewirkt, teilte das LG mit. Der Mediziner habe angeordnet, dass zur Wunddesinfektion gepresster Zitronensaft statt einer sterilen Lösung verwandt wurde. "Desweiteren führte er eine Vielzahl von Operationen durch, für die keine medizinische Indikationslage bestand."

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