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Kongress Gesundheitsnetzwerker

20.000 Euro für Projekte zur Vernetzung

Der Preis für Gesundheitsnetzwerker geht an drei Projekte. Auch eine Idee für Hausärzte ist dabei.

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BERLIN. Die Projekte DiMed, TeLiPro und SEBKam sind die Träger des mit insgesamt 20.000 Euro dotierten Preises für Gesundheitsnetzwerker 2018. Der Preis ist beim gleichnamigen Kongress in Berlin vergeben worden, der am Mittwoch zu Ende gegangen ist.

In der Kategorie "Idee" hat sich das Projekt DiMed der Hausärzte Wehrheim durchgesetzt. Diese nutzen digitale Kommunikationstechnologie, um eine nachhaltige und flächendeckende medizinische Grundversorgung zu ermöglichen. Zentrales Anliegen ist dabei, dass die Patientinnen und Patienten dort versorgt werden, wo sie wohnen.

Geleistet wird dies durch ein regionales MVZ mit angebundenen dezentralen Praxissatelliten. Hier stehen nichtärztliche Praxisassistenten (NäPa) zur persönlichen Ansprache und für die Vorbereitung von Untersuchungen bereit.

Per Videosprechstunde können sie direkten Kontakt zum Hausarzt oder auch zu Fachärzten herstellen. Somit sei das System der Videosprechstunde auch Patienten zugänglich, die im eigenen Zuhause nicht mit der entsprechenden Technik ausgestattet sind, heißt es in einer Mitteilung.

Die sei ein wesentlicher Punkt, so die Jury. "Die Kombination der persönlichen Betreuung durch eine nichtärztliche Praxisassistentin und die Videosprechstunde mit direktem Draht zum Arzt löst einige organisatorische und praktische Probleme der Verfügbarkeit von ärztlicher Versorgung für ältere Menschen", so die Juryvorsitzende Gudrun Schaich-Walch.

Moderne Version der DMP

In der Kategorie "Umsetzung" wurden das Projekt TeLiPro des Deutschen Instituts für Telemedizin und Gesundheitsförderung (DITG) und, wie Mittwoch kurz berichtet, das Projekt SEBKam des Instituts für Sozialforschung und Sozialwirtschaft (iso) gekürt.

Das digitale System TeLiPro 2.0 zielt auf ein sektorübergreifendes Krankheitsmanagement von Diabetes ab: Es vernetzt Leistungserbringer wie Hausärzte, Diabetologen und Diabetesberaterinnen und ermöglicht damit eine bundesweite telemedizinische Betreuung der Patienten.

Mit der Plattform sind sowohl Gesundheitscoaching als auch Datenanalysen und die Kontrolle des medizinischen Outcomes möglich. So entsteht eine moderne Version der Disease-Management-Programme (DMP) mit E-Learning-Modulen und einer persönlichen Onlinebetreuung durch eine Diabetesberaterin.

Für die Jury zeigt dieses Projekt einen vielversprechenden digitalen Ansatz für mehr Versorgungsqualität, wie Schaich-Walch laut Mitteilung erläutert: "Erfolgreiche analoge Erfahrungen werden dabei übernommen und in eine digitale Lösung übersetzt, die Patienten und Leistungserbringern Vorteile bietet, ökonomisch sinnvoll ist und die Versorgung nachhaltig verbessern kann."

Das Projekt SEBKam (Sektorübergreifender Einsatz von Betreuungskräften an der Schnittstelle von Krankenhaus und ambulanter Versorgung) rückt die Bedürfnisse von Demenzkranken in den Mittelpunkt: Sie können im Fall eines Klinikaufenthalts ihre gewohnte ambulante Betreuungskraft "mitnehmen" – oder sie und ihre Angehörigen lernen im Krankenhaus erstmals kennen, wie wichtig und sinnvoll eine ambulante Betreuung im Alltag sein kann.

Die Jury hebt vor allem die Betreuung über die Grenzen von SGB-V- und SGB-XI-Leistungen hervor. "Es werden sinnvolle Strukturen erprobt, die typische Probleme nachhaltig lösen können", so die Jury. "Eine gute Betreuung Demenzkranker im Krankenhaus kann so den Krankenhausaufenthalt entspannter und mit weniger Komplikationen gestalten."(ger)

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