Pharmabranche

5,9 Millionen Euro für die Selbsthilfe

Patientenorganisationen in Deutschland haben 2015 insgesamt 5,9 Millionen Euro an Zuwendungen von Pharmafirmen erhalten.

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BERLIN. Selbsthilfeorganisationen von Patienten in Deutschland erhalten beträchtliche Zuwendungen von Pharmaunternehmen.

2015 haben 37 Unternehmen knapp 5,9 Millionen Euro an die Selbsthilfe überwiesen. Das geht aus am Donnerstag veröffentlichten Zahlen des Vereins "Freiwillige Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie" (FSA) hervor.

Insgesamt erhielten die begünstigten Selbsthilfeorganisationen 1385 Zuwendungen. Es handelte sich dabei sowohl um direkte Spenden als auch um das Sponsern von Informationsveranstaltungen, den Druck von Broschüren oder das Schalten von Anzeigen in Vereinspublikationen.

Im Gegenzug erhielten die Unternehmen tiefere Einblicke in das Krankheitsgeschehen und Informationen zu Nebenwirkungen von Arzneien, sagte FSA-Geschäftsführer Dr. Holger Diener in Berlin.

Diese lieferten Erkenntnisse für die Forschung. Empfänger, Höhe und Zweck aller von den Unternehmen an den FSA gemeldeten Zuwendungen stehen ab sofort erstmals in einer durchsuchbaren Datenbank zum Abruf bereit.

Weitere Transparenzbemühungen

Auch die gesetzliche Krankenversicherung unterstützt die Selbsthilfe. Die Krankenkassen haben im vergangenen Jahr rund 45 Millionen Euro dafür ausgegeben.

Seit Januar 2016 sind die Kassen durch das Präventionsgesetz verpflichtet, für jeden gesetzlich Versicherten mindestens 1,05 Euro zur Förderung der Selbsthilfe bereit zu stellen.

Der Förderbetrag wird bei rund 70 Millionen gesetzlich Versicherten in diesem Jahr also auf circa 73,5 Millionen Euro steigen.

Die Transparenzbemühungen der Pharmaunternehmen werden in diesem Jahr fortgesetzt. Noch im ersten Halbjahr wollen die 58 Mitgliedsunternehmen des FSA alle Zuwendungen an Ärzte, Apotheker und medizinische Einrichtungen veröffentlichen.

Die Anstrengungen sind Ergebnis des seit 2004 geltenden Transparenzkodex. Seither hat es laut Diener 490 Anzeigen gegen Unternehmen wegen Verstößen gegen den Kodex und Sanktionen, die bis zu 130.000 Euro reichten, gegeben. (af)

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