Transparenz-Veröffentlichung

629 Pharma-Millionen für Ärzte und ihre Organisationen

Etwas weniger – aber nicht viel: Im Großen und Ganzen blieben die Zuwendungen der Arzneimittelhersteller an Patientenorganisationen und Fachkreise 2019 auf Vorjahresniveau.

Von Christoph Winnat Veröffentlicht: 01.07.2020, 13:57 Uhr
629 Pharma-Millionen für Ärzte und ihre Organisationen

Ärzte und medizinische Organisationen wurden 2019 mit insgesamt rund 629 Millionen Euro von der Pharmaindustrie bedacht.

© Pixelot / stock.adobe.com

Berlin. Die Zuschüsse der Pharmaunternehmen an Patientenorganisationen, Ärzte und medizinische Fachorganisationen sind im vorigen Jahr leicht zurückgegangen. Erstmals veröffentlichte der Verein „Freiwillige Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie“ (FSA) diese Zahlungen jetzt zum selben Zeitpunkt.

Demnach erhielten Patientenorganisationen mit zuletzt 7,1 Millionen Euro geringfügig weniger als im Jahr zuvor (7,2 Mio. Euro). Wie der FSA betont, summierte sich im selben Zeitraum die gesetzliche Selbsthilfeförderung durch die Krankenkassen auf 82 Millionen Euro.

Ärzte und medizinische Organisationen wurden 2019 mit insgesamt rund 629 Millionen Euro bedacht, ein ebenfalls leichter Rückgang um 1,6 Prozent. Die ärztliche Teilnahme an klinischen Studien und Anwendungsbeobachtungen, mit 64 Prozent der größte Brocken des Zuwendungskuchens an die Fachkreise, ließ sich die Industrie rund 404 Millionen Euro kosten. Medizinische Organisationen erhielten rund 118 Millionen Euro, wie es heißt beispielsweise als Spenden oder Veranstaltungs-Sponsoring. Ärzte bekamen 107 Millionen Euro; darunter fallen den Angaben zufolge etwa Vortrags- und Beratungshonorare oder die Reisekostenübernahme bei Teilnahme an wissenschaftlichen Fortbildungen.

Ein Fünftel der Ärzte gibt OK zu namentlicher Nennung

Die Quote derjenigen Ärzte, die einem namentlichen Ausweis der ihnen in 2019 gewährten Leistungen zugestimmt haben, beträgt 19 Prozent. Im Vorjahr waren es 21 Prozent. Eine nach Unternehmen geordnete Übersicht sämtlicher Zahlungen – an Patienten ebenso wie an Fachkreise – lässt sich über die FSA-Website abfragen (bit.ly/2Zt61Ki).

„Die Zusammenarbeit von Patienten, Medizinern und Industrie ist eine Voraussetzung für eine moderne und sich ständig verbessernde Medizin. Kooperation steht genau für diese Qualität und es spricht viel dafür, transparent zu machen, wie Fortschritt im Gesundheitswesen ab-läuft“, kommentiert Han Steutel, Präsident des Verbands der forschenden Pharmaunternehmen (vfa) die jüngste Zuwendungsbilanz.

Die 55 Mitgliedsunternehmen des FSA, darunter alle 44 vfa-Mitglieder, veröffentlichen bereits seit 2009, wer welcher Patientenorganisation wie viel hat zukommen lassen. Seit 2016 werden auch die Zuschüsse an Angehörige und Organisationen der Fachkreise turnusgemäß offengelegt, erstmals für das Berichtsjahr 2015 mit damals 575 Millionen Euro. Die FSA-Mitglieder repräsentieren rund 75 Prozent des bundesweiten Medikamentenumsatzes. (cw)

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