Stützungsmaßnahmen

Ärzte fordern Einbeziehung der PKV in Coronavirus-Schutzschirm

Ein Teil des gesparten Geldes der PKV durch weniger Ausgaben gehöre in den Schutzschirm für die niedergelassenen Ärzte, fordern Ärzteschaft und Berufsgenossenschaft.

Von Ilse SchlingensiepenIlse Schlingensiepen Veröffentlicht:

Köln. Ärzteorganisationen fordern, dass die Stützungsmaßnahmen für niedergelassene Ärzte, die unter der Corona-Krise leiden, nicht nur von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden. Sie sehen auch die privaten Krankenversicherer (PKV) sowie die Berufsgenossenschaften in der Pflicht. „Wir brauchen die Solidarität aller Leistungsträger im Gesundheitswesen“, sagt Dr. Benjamin Fritz, Radiologe aus dem niederrheinischen Willich und einer der Gründer der Ärztekooperation „Rheinlandärzte“.

Es sei zwar sehr zu begrüßen, dass so schnell Kompensationsmaßnahmen auf den Weg gebracht wurden, findet er. Allerdings kommen nach seiner Einschätzung die niedergelassenen Ärzte im Krankenhausentlastungsgesetz zu kurz. „Letztendlich bilden die Niedergelassenen den Schutzwall für die Krankenhäuser“, sagt Fritz der „Ärzte Zeitung“. Ihr Einsatz im Kampf gegen COVID-19 und ihre Interessen gerieten aber immer wieder aus dem Blick.

„Konzentration auf GKV-Sektor greift zu kurz“

Die Konzentration der Hilfsmaßnahmen auf den GKV-Sektor greife zu kurz. Immerhin seien zehn Prozent der Deutschen privat versichert, die Bedeutung für den Umsatz sei noch deutlich größer. „Viele Ärzte könnten ohne die PKV-Einnahmen nicht überleben“, betont Fritz, der auch Vorsitzender der Kreisstelle Viersen der Ärztekammer Nordrhein ist.

Die PKV-Unternehmen würden während der Krise von den meisten Versicherten weiter Beiträge erhalten, ihre Ausgaben würden sich aber in dieser Zeit deutlich verringern, da weniger Patienten in die Praxen gingen. Ähnlich sehe es bei den Berufsgenossenschaften aus. „Sie bekommen weiterhin Beitragszahlungen, allein durch die Schließung von Betrieben, Schulen und Kitas gehen die Verletzungsraten aber deutlich nach unten“, erläutert er. Ein Teil des so gesparten Geldes gehöre in den Schutzschirm für die niedergelassenen Ärzte.

SpiFa fordert Fonds

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa) fordert ebenfalls eine finanzielle Beteiligung der PKV. Als Kompensation für die Honorarausfälle im privatärztlichen Bereich hält er die Schaffung eines Fonds für notwendig, in den die PKV und die Träger der Beihilfe einzahlen sollen. Der SpiFa schlägt vor, dass der Fonds beim PKV-Ombudsmann angesiedelt und mit den Stützungsprogrammen der Bank KfW kombiniert wird.

„Die Dualität des deutschen Gesundheitssystems bringt neue Herausforderungen, denen sich auch die privaten Versicherer stellen sollten“, so Hauptgeschäftsführer Lars Lindemann. „Es wäre fatal, wenn die bisher geführten Argumente der Quersubventionierung durch die PKV sich als Schönwetterargumente zeigten.“

Mehr zum Thema

GMK-Beschluss

Gesundheitsminister wollen Corona-Impfungen in Apotheken

Medi Baden-Württemberg

Gerichtsverhandlung zu TI-Sanktionen verschoben

Das könnte Sie auch interessieren
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

© Pascoe Naturmedizin

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Mit Vitamin C gegen schwere Langzeitfolgen

© designer491 / Getty Images / iStockphoto

Long-COVID

Mit Vitamin C gegen schwere Langzeitfolgen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Long-COVID-Syndrom: Warum Frauen häufiger betroffen sind

© Pascoe Naturmedizin

Vitamin-C-Infusionen bei Long-COVID

Long-COVID-Syndrom: Warum Frauen häufiger betroffen sind

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Die Gesundheitsministerkonferenz will mehr Gelegenheiten für das Corona-Impfen schaffen – so auch in Apotheken.

© ABDA

GMK-Beschluss

Gesundheitsminister wollen Corona-Impfungen in Apotheken

Bei aggressiven Patienten hilft nur Deeskalation: Dabei sollten die MFA ruhig, aber bestimmt Grenzen setzen.

© LIGHTFIELD STUDIOS / stock.adobe.com

Tipps

Die richtige Kommunikation mit schwierigen Patienten