Digitale Medizin

"Ärzte müssen Qualitätsstandards setzen!"

"Demographischer Wandel fordert Innovation" ist Leitthema des DGIM-Kongresses 2016. Kongresspräsident Professor Gerd Hasenfuß fordert Ärzte auf, sich in die Entwicklung der digitalen Medizin einzubringen.

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MANNHEIM. Schon heute ist jeder zweite Herzpatient, der interventionell oder operativ behandelt werden muss, über 70 Jahre alt. Und jedes Jahr nehme die mittlere Lebenserwartung um 70 Tage zu, sagt der Präsident des 122. Kongresses der DGIM, Professor Gerd Hasenfuß aus Göttingen.

"Demographischer Wandel fordert Innovation" heißt daher das Motto des Kongresses. Und dabei wird der Finger auch in offene Wunden gelegt.

Hasenfuß und seine Kollegen machten im Vorfeld des Kongresses auf Hindernisse für manche Innovation aufmerksam, besonders wenn es um die rasanten Entwicklungen der Informationstechnologie geht. Die digitale Medizin spiele im Versorgungsalltag derzeit kaum eine Rolle, sagte Hasenfuß zur "Ärzte Zeitung".

Zugleich gebe es bereits weit über 100.000 Gesundheits-Apps und Internetplattformen, deren Qualität oft erschreckend sei. "Der Gesundheitsmarkt wird von Apple, Google und sozialen Netzwerken erobert."

Informationssysteme in Kliniken oftmals veraltet

Mehr vom DGIM-Kongress

Berichte vom Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin in Mannheim finden Sie hier: aerztezeitung.de/dgim2016

Dem gegenüber befänden sich Informationssysteme in Krankenhäusern oft noch auf dem Stand der 1990er-Jahre, kritisiert Hasenfuß. Er fordert die Ärzteschaft auf, sich aktiv in die Entwicklung der digitalen Medizin einzubringen.

Außer Risiken zu benennen, müsse sie auch Qualitätsstandards setzen. Zur Diskussion um den Datenschutz stellt er fest: "Es ist festzuhalten, dass viele Menschen davon ganz andere Vorstellungen haben als der Gesetzgeber."

Außerhalb Deutschlands werde dieses Thema "teils völlig anders gesehen". Womöglich müsse man hiesige Vorstellungen dazu ändern. Hasenfuß: "Datenschutz kann den Patienten auch schaden!"

Der DGIM-Kongress selbst entwickelt sich ebenfalls weiter: Neben Hauptsitzungen mit international ausgewiesenen Rednern wird es etwa Live-Case-Sitzungen zu interventionellen Eingriffen geben. Antworten auf die Frage "Was ist neu für die Praxis?" sind in Highlights-Sitzungen zu hören.

Die in der Initiative "Klug entscheiden" erarbeiteten 120 Empfehlungen werden präsentiert. Und wer vor einem Jahr seine Wünsche bei der Besucher- und Mitgliederumfrage geäußert hat, wird in diesem Jahr den einen oder anderen davon erfüllt bekommen. (ner)

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