Honorarrunde für 2014

Ärzte warnen vor Rationierung

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BERLIN. Das Ergebnis der Honorarrunde für 2014 stößt auf Kritik unter Ärzten und Psychotherapeuten.

Die Psychotherapeuten sehen sich benachteiligt. "Die Schere der Einkommen zwischen den somatischen Medizinern und den Psychotherapeuten geht weiter auseinander", sagte der Bundesvorsitzende der Deutschen Psychotherapeutenvereinigung (DPtV) Dieter Best.

Psychotherapeuten mit einem Durchschnittsjahresumsatz von rund 75.000 Euro könnten mit gerade 1000 Euro mehr im Jahr rechnen, klagte Best.Dazu kämen maximal 200 Euro aus der fachärztlichen Grundpauschale. Die könne allerdings nur bei etwa zwölf Patienten im Quartal abgerechnet werden.

Die nun anstehenden Verhandlungen auf regionaler Ebene gingen an den Psychotherapeuten vorbei, weil sie sich nicht auf den Umsatz je Sitzung auswirkten. Der sei aber für das Einkommen der Psychotherapeuten entscheidend. In den vergangenen vier Jahren habe sich das Honorar für eine Stunde Therapiesitzung gerade einmal um 1,90 Euro erhöht, so Best.

Dass eine verlässliche Vergütung für jede erbrachte Leistung nur auf dem Papier existiere, bemängeln die Hautärzte. Zudem werde mit einer Anhebung der Preiskomponente um 1,3 Prozent die seit Jahren anhaltende Unterdeckung bei den Betriebskosten in den 2700 Mitgliedspraxen im Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) fortgeschrieben, heißt es in einer Pressemitteilung des BVDD.

Das Ergebnis bedeute eine "heimliche Rationierung". Die zunehmende Zahl von Hautkrebsfällen in einer alternden Bevölkerung könne mit der willkürlichen Geldverteilungssystematik nicht abgebildet werden.

Dass die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) bei den Verhandlungen ihr eigenes Positionspapier aus den Augen verloren habe, habe die Dermatologen verärgert.

Schließlich sei die Ausbudgetierung der haus- und fachärztlichen Pauschalen eine der Voraussetzungen für die weitere Übernahme des Sicherstellungsauftrages. Bei den Verhandlungen ist die Kernforderung der KBV nach der Herausnahme der Pauschalen vertagt worden. (af)

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