Ärztliche Gutachter kommen auf den Prüfstand

DÜSSELDORF (iss). Beim Sozialgericht Düsseldorf (SG) steht die Qualität der medizinischen Gutachten auf dem Prüfstand. Voraussichtlich bis Juni werden die Sachverständigengutachten einer kritischen Bestandsaufnahme unterzogen, um Schwachstellen zu erkennen und die Verfahren zu verbessern.

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Gemeinsam mit der Fachgruppe Psychologie der Bergischen Universität Wuppertal nimmt das Gericht die Arbeit der medizinischen Sachverständigen aus zwei Blickwinkeln unter die Lupe.

Die Wuppertaler Forscher erhalten SG-Gutachten, die zufällig ausgewählt und anonymisiert werden. Die Wissenschaftler untersuchen sie nach Kriterien wie Vollständigkeit, Neutralität und Plausibilität.

Gleichzeitig werden Kläger, die bei Verfahren im Schwerbehinderten-, Renten- oder Unfallversicherungsrecht medizinisch untersucht wurden, zu ihren Erfahrungen befragt. Dabei geht es darum, wie zufrieden die Kläger mit den Abläufen waren, ob die Ärzte etwa persönlich auf sie eingegangen sind. Ein häufiges Ärgernis zwischen medizinischen Gutachtern und Sozialgerichten ist die Dauer des Begutachtungsprozesses.

"Das medizinische Sachverständigengutachten stellt ein wesentliches Hilfsmittel in der sozialgerichtlichen Entscheidungsfindung dar", begründet SG-Präsident Peter Brückner die "Begutachtung der Begutachtung". Die Ausführungen der Sachverständigen müssten schlüssig und nachvollziehbar sein, und dabei objektiv, umfassend und transparent.

"Wir wollen mit diesem Vorhaben die Durchführung der Begutachtungen beim Sozialgericht Düsseldorf weiter optimieren und gleichzeitig den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis stärken", sagt Brückner.

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