Digital-Gipfel

An der Cloud soll Europa genesen

Die europäische Cloud-Lösung GAIA-X soll unter anderem die klinische Forschung mit Patientendaten beflügeln.

Veröffentlicht: 29.10.2019, 15:11 Uhr

Dortmund. Gesundheitsdaten – und damit von Patienten zur wissenschaftlichen Nutzung freigegebene persönliche Daten – versprechen der medizinischen Forschung und Versorgung viel Potenzial. Bisher sind die Deutschen allerdings noch mehrheitlich skeptisch mit Blick auf die Datenspende. Mit GAIA-X soll das anders werden. Dabei handelt es sich um eine europäische Dateninfrastruktur, die sowohl die digitale Souveränität der Nachfrager von Cloud-Dienstleistungen als auch die Skalierungsfähigkeit und Wettbewerbsposition europäischer Cloud-Anbieter stärken soll, wie Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier am Dienstag bei der Vorstellung des Projektes anlässlich des diesjährigen Digital-Gipfels der Bundesregierung in Dortmund betonte.

Die Bundesregierung, Wirtschaft und Wissenschaft streben mit GAIA-X laut Altmaier eine leistungs- und wettbewerbsfähige, sichere und vertrauenswürdige Dateninfrastruktur für Europa an. Ziel sei die Vernetzung dezentraler Infrastrukturdienste zu einem homogenen, nutzerfreundlichen System.

Welchen Mehrwert bietet das „Projekt GAIA-X“?

Laut offizieller Projektbeschreibung soll GAIA-X die Basis eines zuverlässigen Systems zur Nutzung von Gesundheitsdaten schaffen und dabei die technische Umsetzung internationaler Vorgaben zu Rechts-, Daten- und Cybersicherheit bilden. „Durch die Bereitstellung von Speicherplatz und Rechenleistung in einem sicheren Rahmen können Kliniken und KMU auch in sensiblen Bereichen von den Skaleneffekten Cloud-basierter Dienste profitieren“, verspricht der Bund.

Das Projekt könne Funktionen zur standardisierten Anonymisierung und Pseudonymisierung sowie zur Klassifikation von Daten beinhalten, die für die rechtskonforme Nutzung durch unterschiedliche Nutzergruppen, beispielsweise zum Trainieren von KI-Modellen (sog. Secondary Use), benötigt werden. „Das Projekt könnte standardisierte Schnittstellen bereitstellen, über die verschiedene Nutzergruppen und Anbieter des Gesundheitswesens auf eine vertrauensvolle Cloud-Umgebung zugreifen können“, heißt es weiter. Die Telematikinfrastruktur könnte Teil von GAIA-X sein. (maw)

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