Verärgerter Berufsverband

Anästhesisten sehen sich bei Förderung ambulanter Operationen übergangen

Das Honorar für ambulante und belegärztliche Op wird um 60 Millionen Euro erhöht. Doch davon profitieren nur die Operateure, die Anästhesisten „gehen leer aus“, beklagt deren Berufsverband.

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Nürnberg. Die ambulant tätigen Anästhesistinnen und Anästhesisten sind verärgert über den zum Jahreswechsel ergangenen BA-Beschluss zur Förderung ambulanten Operierens.

In einer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme kritisiert Dr. Frank Vescia, Vizepräsident des Berufsverbandes Deutscher Anästhesistinnen und Anästhesisten (BDA): „Wenn KBV und GKV-Spitzenverband jetzt 60 Millionen Euro für die Förderung der ambulanten Erbringung bestimmter Eingriffe ausgeben, ohne die Anästhesie auch nur zu erwähnen, geschweige denn, zu beteiligen, ist das an Ignoranz gegenüber unseren Kolleginnen und Kollegen nicht zu überbieten! Keine Operation läuft ohne Anästhesie!“

Die sieben neuen Honorarzuschläge zum ambulanten Operieren (EBM-Positionen 31451 bis 31457) kämen ausschließlich den Operateuren zugute, heißt es weiter. „Die Anästhesisten gehen leer aus.“

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Man hätte sich eben auch eigene Zuschläge für die unabdingbaren Narkoseleistungen gewünscht, sagte ein Verbandsprecher der Ärzte Zeitung. Nun befürchte man, auch im Rahmen der weiteren Ambulantisierungsbestrebungen im Zuge der Klinikreform außen vor zu bleiben.

„Selbstverständlich hatten wir gegenüber der KBV die Förderung der Anästhesie gefordert. Dass wir jetzt übergangen werden, führt zu enormem Unmut unter unseren Mitgliedern“, betont Jörg Karst vom BDA-Referat für ambulante und vertragsärztliche Anästhesie. Schließlich trage nicht unerheblich auch die Einschätzung der Narkoseärzte zur Entscheidung für oder gegen eine ambulante Op bei.

Bundesweit sind laut BDA rund 3000 Narkoseärztinnen und -ärzte ambulant tätig (selbständig und angestellt), davon seien etwa 2500 Mitglied im Berufsverband. (cw)

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