Weleda

Anthroposophen melden Kurzarbeit an

Der Kosmetik- und Homöopathikahersteller Weleda rechnet in den kommenden Monaten mit Umsatzrückgang. Vorsichtshalber wurde Kurzarbeit beantragt.

Veröffentlicht: 26.05.2020, 12:57 Uhr

Arlesheim/Schwäbisch Gmünd. Der anthroposophisch orientierte Schweizer Arzneimittel- und Naturkosmetik-Hersteller Weleda AG hat infolge der Corona-Krise sowohl im Heimatmarkt als auch in Deutschland, seinem größten ausländischen Markt, Kurzarbeit beantragt. In den kommenden sechs Monaten werde mit Umsatzrückgang gerechnet. In welchem Umfang, dazu schweigt sich das Unternehmen jedoch aus. Einerseits seien in den zurückliegenden Wochen die angestammten Absatzkanäle noch offen geblieben. Insbesondere in Deutschland, Österreich und der Schweiz konnten „Weleda-Produkte in Drogerien, Supermärkten, Apotheken und online verkauft werden“, heißt es anlässlich der Bekanntgabe der Geschäftszahlen 2019 am Mittwoch.

Andererseits habe man in den ersten Monaten der Krise insbesondere in Frankreich mit Absatzproblemen zu kämpfen gehabt, so ein Firmensprecher auf Nachfrage. Da schwer einzuschätzen sei, „wie groß der wirtschaftliche Abschwung sein wird und wie lange es dauert, bis sich die Wirtschaft wieder erholt“, sei die Kurzarbeit eine Vorsichtsmaßnahme, „um die Profitabilität nicht zu gefährden“. An seinen Standorten in Deutschland und der Schweiz produziere Weleda hauptsächlich Kosmetika, heißt es.

Arzneimittelgeschäft unter Druck

Unter Druck steht die Geschäftsentwicklung aber nicht nur der Pandemie wegen, sondern auch, weil in Frankreich Homöopathika und andere komplementärmedizinische Präparate nach und nach aus der Erstattung fallen. Das hatte Weledas Pharma-Erlöse im dortigen Markt bereits 2019 zweistellig einbrechen lassen. Bei teilweiser Kompensation durch Mehrverkäufe in anderen Märkten blieb das Arzneimittelgeschäft am Ende mit 102,3 Millionen Euro nurmehr um 2,3 Prozent unter Vorjahr. Dieses Jahr, so die Erwartung, werden die Anthroposophika-Verkäufe in Frankreich weiter zurückgehen.

Zugpferd des Schweizer Mittelständlers ist allerdings seit Jahren schon die Naturkosmetik. In diesem Geschäftsfeld wurden zuletzt 327 Millionen Euro (+6,3 Prozent) erwirtschaftet. Insgesamt ist damit der Konzernumsatz um runde vier Prozent auf 429,3 Millionen Euro gewachsen. Bei deutlich höheren Kosten und Abschreibungen verringerte sich der Betriebsgewinn um 24 Prozent auf 16 Millionen Euro. Nach geringerer Steuerlast als im Vorjahr werden für 2019 knappe 13 Millionen Euro Gewinn ausgewiesen (-9,3 Prozent). (cw)

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