Rezeptbetrug?

Apotheke zum zweiten Mal im Zwielicht

Ein Frankfurter Apotheker steht bereits zum zweiten Mal im Fokus staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen. Und wieder geht es um Millionen.

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FRANKFURT/MAIN. Wie die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte, hat sie beim Landgericht Anklage gegen einen 42-jährigen Apotheker sowie zwei seiner Kunden wegen gewerbsmäßigen Betruges erhoben. Ermittlungen gegen neun weitere Kunden dauerten noch an.

Von 2010 bis 2013 soll der ortsansässige Offizinbetreiber Rezepte hochpreisiger Mittel (Humira®, Betaferon® und Co) mit den Kassen abgerechnet haben, ohne die Produkte tatsächlich an Patienten abgegeben zu haben.

Wie Oberstaatsanwalt Alexander Badle berichtet, habe der Apotheker die Rezepte bei den beiden Mitangeklagten sowie weiteren Kunden zu einem Teilbetrag ihres Wertes „oder im Tausch gegen andere Arzneimittel oder Kosmetika erworben“.

Auf diese Weise habe er über 400 Rezepte im Gesamtwert von rund 2,9 Millionen Euro mit den Kostenträgern abgerechnet, denen ein Schaden von rund 1,1 Millionen Euro entstanden sei.

Strafanzeige der Krankenkasse

Die Ermittlungen seien nach Strafanzeige der AOK Rheinland/ Hamburg aufgenommen worden, der bei einer Rezeptprüfung aufgefallen war, „dass zwei in Köln wohnende Versicherte zum Teil taggleiche Arzneimittelverordnungen über das Medikament Exjade bei dem Frankfurter Apotheker eingelöst hatten“.

Die ins Zweilicht geratene Apotheke ist kein unbeschriebenes Blatt: Gleichen Orts habe 2009 die bei der Generalstaatsanwaltschaft eingerichtete Zentralstelle zur Bekämpfung von Vermögensstraftaten und Korruption im Gesundheitswesen schon einmal wegen Rezeptbetruges ermittelt – und zwar gegen den damaligen Inhaber, „bei dem es sich um den Bruder des nunmehr angeschuldigten Apothekers handelt“.

Der soll damals die Kassen um 1,3 Millionen Euro geschädigt haben. Wofür er den Angaben zufolge im Mai 2018 in einem noch nicht rechtskräftigen Urteil zu drei Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt wurde. (cw)

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