Modellprojekt ab kommender Saison

Apotheken in Nordrhein impfen gegen Grippe

Das bundesweit erste Modellprojekt zur Grippeimpfung in Apotheken steht. Eine Konkurrenz zum ärztlichen Angebot soll es nicht sein, betonen Apothekervertreter.

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Auch Apotheken sind jetzt Anlaufstellen in Sachen Influenza-Prävention.

Auch Apotheken sind jetzt Anlaufstellen in Sachen Influenza-Prävention.

© Kurt Kleemann / panthermedia.net

Düsseldorf. Der Apothekerverband Nordrhein und die AOK Rheinland/Hamburg haben den bundesweit ersten Vertrag über ein Modellprojekt zur Grippeimpfung in Apotheken geschlossen. Wie die AOK am Donnerstag mitteilte, soll der Feldversuch zur kommenden Saison 2020/21 in den nordrheinischen Apotheken starten. Die Gesamtlaufzeit des Projekts beträgt den Angaben zufolge drei Jahre.

Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbandes Nordrhein, betont, den Niedergelassenen in der Region keine Konkurrenz machen zu wollen. „Wir sehen unser Angebot als Ergänzung zum Impfangebot der Ärzteschaft“. Wie ein Kassen-Sprecherin auf Nachfrage sagte, ging die Initiative zum Vertragsschluss von der AOK aus. Die Möglichkeit, Modellprojekte zur Influenzaprävention mit Apothekern aufzusetzen, wurde Anfang März mit dem Masernschutzgesetz eingeführt.

Unter den freiberuflichen Pharmazeuten ist die Idee nicht unumstritten. Friedemann Schmidt, Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), hatte sich in der Vergangenheit wiederholt dagegen ausgesprochen. Zu den exponierten Befürwortern zählt dagegen der Bundesverband der Apothekenkooperationen (BVDAK), der zur kommenden Saison ein Modellprojekt in Bayern plant.

Bundesebene außen vor

Geregelt ist die Möglichkeit zur Grippeimpfung in der Offizin im Paragrafen 132j des Sozialgesetzbuch V. Das Besondere: Die Kostenträger müssen nach Aufforderung von Apothekerseite Verträge über Modellprojekte abschließen. Und: die Aufforderung kann von „Apotheken, Gruppen von Apotheken oder mit den für die Wahrnehmung der wirtschaftlichen Interessen maßgeblichen Organisationen der Apotheker auf Landesebene“ ausgehen. Damit ist der bundesweit die wirtschaftlichen Interessen der Branche vertretende Arm der ABDA, der Deutsche Apothekerverband (DAV), außen vor. Süffisant kommentierte das unlängst die „Deutsche Apotheker Zeitung“, Bundesgesundheitsminister Spahn habe „die ABDA ins Abseits gestellt“. Nun seien „andere am Zug, von denen sich der Minister vermutlich mehr Innovationsgeist und Geschwindigkeit verspricht“.

Ganz ohne Einflußnahme ist die Bundesebene der Apothekerschaft dennoch nicht. Mitte Juni gab die Bundesapothekerkammer Leitlinien und ein Muster-Curriculum heraus und konnte damit immerhin das Wie dieses neuen Leistungsangebotes ihrer Mitglieder in groben Zügen abstecken. (cw)

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