"Apotheker empfehlen zu schnell Vitaminpillen"

Die Verbraucherzentrale Bremen hat jüngst Apotheken getestet. Ihr Fazit: Die Beratung bei Nahrungsergänzungsmitteln soll "miserabel" sein.

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BREMEN (stg). "Fragen Sie Ihren Apotheker? Bei Nahrungsergänzungsmitteln lieber nicht!" Diesen Rat gibt die Verbraucherzentrale Bremen (VZHB), nachdem sie 25 Apotheken getestet hat.

Sie wollte herausfinden, ob die Apotheker beim Kundenwunsch nach mehr Gesundheit und Wohlbefinden auf die persönliche Situation eingehen oder ob sie gleich Vitaminpillen und ähnliche Präparate verkaufen wollen.

"Das Ergebnis des Tests ist miserabel", teilte die VZHB jetzt mit. 88 Prozent der Apotheken empfahlen die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln - "und das in den meisten Fällen (64 Prozent), ohne genauer nach der Ernährungsweise der Kundin zu fragen."

Die Testkundin der VZHB hatte in Apotheken behauptet, vielleicht etwas zu wenig Obst und Gemüse zu essen und höchstens zweimal im Jahr erkältet zu sein. Meistens, so die Verbraucherschützer, habe dann sofort eine Verkaufsberatung für das teuerste gerade vorrätige Nahrungsergänzungsmittel begonnen. Dabei handelte es sich immer um langfristige Kuren.

Ausserdem sei besonders häufig eine Kombination aus Vitamin C und Zink empfohlen worden. Fünf der 25 Apotheker hätten dabei fälschlich behauptet, dass das im Handel erhältliche Obst und Gemüse heute kaum noch Vitamine enthalte. Tatsächlich seien jedoch Fleisch, Meeresfrüchte und Vollkornerzeugnisse gute Zinklieferanten.

Auf Nachfrage der "Ärzte Zeitung" meinte der Präsident der Apothekerkammer Bremen, Richard Klämbt, zu dem Test: "Natürlich sollten die Apotheken zunächst nachfragen, bevor sie Nahrungsergänzungsmittel empfehlen.

Eine Frage geht immer. Aber ich würde die Sache nicht so hoch hängen." In Drogerien würden solche Mittel sogar ohne jede Beratung verkauft. Und zumindest mit Vitamin C könne man "keinen großen Schaden anrichten".

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