Hilfstaxe

Apotheker ziehen Klage zurück

Deutscher Apothekerverband (DAV) und GKV-Spitzenverband haben den Streit um die neue Hilfstaxe außergerichtlich beigelegt. Beide Seiten zeigen sich mit dem Kompromiss zufrieden.

Veröffentlicht:

BERLIN. Im Gegenzug zur Streichung exklusiver Rabattverträge mit einzelnen Zytostatika herstellenden Apotheken, sollte die sogenannte Hilfstaxe, das Preisverzeichnis für parenterale onkologische Zubereitungen aus Fertigarzneimitteln, neu verhandelt werden. So sieht es das Mitte Mai 2017 in Kraft getretene Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz (AMVSG) vor.

Apothekerschaft und GKV-Spitzenverband konnten sich jedoch nach monatelangen Verhandlungen nicht auf einen gemeinsamen Entwurf verständigen. Ein Schiedsstellenbeschluss Anfang dieses Jahres stieß dem Deutschen Apothekerverband (DAV) derart sauer auf, dass er dagegen Klage beim Berliner Landessozialgericht einreichte.

Nun habe man sich aber doch noch außergerichtlich vergleichen können, ließ am Mittwoch der Apothekerdachverband ABDA wissen. Der DAV habe seine Klage gegen den Schiedsstellenbeschluss zurückgezogen. "Der Vergleich ist ein gutes Ergebnis für die Zytostatika herstellenden Apotheken", versichert DAV-Vorstandsmitglied Thomas Dittrich.

Für die Branche sei es entscheidend, dass die Hilfstaxe in der Schiedsstellenversion nun nicht mehr rückwirkend ab 1. November 2017 gelten soll, sondern erst ab 1. Februar 2018. Darüber hinaus entfallen nach Darstellung der ABDA die zunächst vorgesehenen "Auffangabschläge" von 1,6 Prozent für ab 1. Februar 2018 neu in den Markt eingeführte Krebsmittel sowie 50 Prozent für gleichen Datums generisch gewordene Wirkstoffe. In solchen Fällen würden die von den Apothekern zu leistenden Abschläge auf den Einkaufspreis im Anschluss an Preisabfragen durch den GKV-Spitzenverband gesondert verhandelt.

Hinsichtlich der Abschlagssystematik, der Datenabfragen und -auswertungen sowie der Orientierung am pharmazeutisch-technologischen Fertigungsaufwand sei der Schiedsspruch dagegen "vollständig anerkannt" worden, erklärt Ann Marini, stellvertretende Pressesprecherin des GKV-Spitzenverbandes. Marini: "Unterm Strich kann man sagen, das lange Ringen um einen tragfähigen Kompromiss hat sich gelohnt".

Mit der neuen Hilfstaxe werden die Abschläge, die die Pharmazeuten den Kassen für Generika regelmäßig auf den zweitgünstigsten Apothekeneinkaufspreis gewähren müssen, von 30 auf 50 Prozent angehoben. Einige Wirkstoffe sind davon ausgenommen, für sie gelten noch höhere Nachlässe, in der Spitze bis zu 84 Prozent (Epirubicin und Doxorubicin). Für noch patentgeschützte Wirkstoffe und Biosimilars ist ein Abschlag von 1,6 Prozent auf den günstigsten Einkaufspreis vorgesehen.

2017 gaben die gesetzlichen Kassen laut Arzneiverordnungsreport 1,16 Milliarden Euro für Zytostatika-Zubereitungen aus. (cw)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Ein Mann im Krankenhaus beim Essen.

© fresnel6 / stock.adobe.com

Neue S3-Leitlinie

Ernährungs-Screening bei Menschen mit Krebs sollte Routine werden

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe