Arzthaftung wird für Kliniken teurer

Schadenersatz für Ärztepfusch kommt selten vor, aber wenn doch, wird's richtig teuer. Versicherungsmakler warnen jetzt: Da das Risiko für Strafanzeigen gegen Ärzte enorm gestiegen ist, dürfte die Haftpflichtversicherung teurer werden.

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Klemme im Abdomen - bringt Ärzte in die Klemme.

Klemme im Abdomen - bringt Ärzte in die Klemme.

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BERLIN (af). Das Risiko für Ärzte, mit Schadenersatzansprüchen, Strafanzeigen und damit staatsanwaltlichen Ermittlungen überzogen zu werden, hat sich dramatisch erhöht. Darauf haben Vertreter der Maklergruppe Ecclesia am Dienstag in Berlin aufmerksam gemacht.

Die Gutachter- und Schlichtungsstellen wie auch die Haftpflichtversicherer hätten in den vergangenen Jahren 15 Jahren einen Anstieg der Anträge auf Schadenersatz um das Doppelte verzeichnet, berichtete Ecclesia-Hauptgeschäftsführer Manfred Klocke bei der Vorstellung der Studie "Arzthaftung in Europa".

Die Zahl der begründeten Ansprüche habe aber kaum zugelegt, berichtete Klocke - im Untersuchungszeitraum von 1996 auf 2006 von knapp einem auf anderthalb Promille aller Behandlungen.

Gleichzeitig seien die gezahlten Schadenersatzsummen angewachsen. Ausschlaggebend seien die enorm gestiegenen Kosten zum Beispiel bei Großschäden etwa in der Geburtshilfe.

Die Krankenhäuser müssten mit Prämienerhöhungen von rund 170 Millionen Euro im Jahr rechnen, kündigte Klocke an. Derzeit zahlten die Kliniken zusammen rund 350 Millionen Euro im Jahr.

Viele Fälle sind schwerwiegender

Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum, erneuerte seine Forderung, dass Extrakosten wie Versicherungsprämien in die Klinikfinanzierung einfließen müssten.

Grundsätzlich halte er das Entschädigungssystem in Deutschland für fair, sagte Baum. Patienten mit erwiesenen Ansprüchen werden hierzulande höher entschädigt als in den meisten anderen Ländern Europas.

Die Vertreter von Ecclesia betonten, dass das Haftungsrisiko nicht aus einer zunehmenden Zahl von Arztfehlern resultiere, sondern nur daraus, dass die Einzelfälle schwerer ausfielen.

Die Behandlungsrisiken sind laut den von Ecclesia vorgelegten Zahlen gering. Bei knapp 17 Millionen Behandlungen im Jahr 2006 habe die Assekuranz rund 10.000 Mal Schadenersatz bezahlt.

Zahlen, dass in deutschen Krankenhäuser jährlich bis zu 17.000 Menschen aufgrund von Behandlungsfehlern zu Tode kämen, widersprachen die Vertreter des Versicherungsmaklers.

Belegt seien für das Jahr 2006 lediglich 1178 Todesfälle aufgrund fehlerhafter Behandlungen.

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