Online-Termine

Arzttermin über die Cloud

Im Markt der Online-Terminvergabe ist ständig Bewegung. Eine Düsseldorfer Praxis testet seit Jahresbeginn ein neues System: Terminvergabe via Cloud.

Von Merlin Schulz Veröffentlicht:
Nicht nur Online-Termine, auch der Rezeptbestellservice per Web ist bei Patienten beliebt.

Nicht nur Online-Termine, auch der Rezeptbestellservice per Web ist bei Patienten beliebt.

© D. Bonardelle / fotolia.com

KÖLN. In der Gemeinschaftspraxis von Dr. Peter Janssen, Dr. Birgit Jansen und Dr. Ellen Ritschel in Düsseldorf klingelt das Telefon seltener als früher.

Seit Anfang des Jahres können die Patienten online Termine vereinbaren und Rezepte bestellen - und tun dies auch fleißig.

"Fast die Hälfte aller Rezepte werden online angefordert, ungefähr zehn Prozent aller Termine werden über die Cloud vereinbart", sagt Dr. Peter Janssen. "Vor allem bei älteren Menschen, die das Internet sonst nicht sehr häufig nutzen, kommt das Angebot sehr gut an."

Die Praxis ist eine von bundesweit über 100, die die "Ärzte-Cloud" der Düsseldorfer Softwarefirma "IT&Ticketing Management" (IT&T) nutzen.

Doppelbelegung nicht möglich

Zu Doppelbelegungen kann es bei den Terminen nicht kommen, jeder online angebotene Termin ist im normalen Terminkalender geblockt. Falls der Termin online noch nicht gebucht wurde, kann er aber auch kurzfristig anderweitig vergeben werden.

Patienten, die ihr Rezept online bestellen, können es entweder an ihre beim Arzt hinterlegte Adresse schicken lassen oder persönlich in der Praxis abholen.

So gewährleistet die Praxis, dass nur derjenige das Rezept erhält, für den es bestimmt ist.

Die Online-Services sind für die Patienten einfach zu nutzen. Bei der Terminvergabe auf der Homepage der Gemeinschaftspraxis reicht es, den Namen und die E-Mail-Adresse anzugeben, den Arzt und den gewünschten Termin auszuwählen, eine Registrierung ist nicht notwendig. Sensible Daten wie der Grund für den Termin oder die Versichertennummer müssen nicht angegeben werden.

"Alle Daten, die der Patient in das Formular einträgt, werden nicht gespeichert, sondern direkt an den Arzt geschickt", sagt Tobias Snitzelaar, einer der Geschäftsführer von IT&T. "Ärzte haben jedoch die Möglichkeit, ein Backup ihrer Datenbanken auf unseren Servern zu speichern."

Dabei werde auf Sicherheit großen Wert gelegt. "Die Backups werden in mehrere Teildateien zerlegt, anschließend verschlüsselt und dann auf verschiedenen Servern gespeichert."

Die Server stehen aus Gründen der Datensicherheit in Deutschland, und zwar in Düsseldorf und Frankfurt.

Den Code, der benötigt wird, um die Dateien wieder zu entschlüsseln, erhält nur der Arzt. Verliert er den Schlüssel, sind die Daten auch von der Softwarefirma nicht wiederherzustellen.

Bestätigungs-Mail bereits in Planung

Für die Ärzte-Cloud plant Snitzelaar weitere Verbesserungen. Patienten sollen zukünftig eine Terminbestätigung per E-Mail bekommen, die sich direkt in Kalender-Programmen speichern lässt.

Ärzte können sich die Termine ihrer Patienten bereits jetzt per Fax oder E-Mail zuschicken lassen.

In der Praxis von Janssen überprüft eine Mitarbeiterin aber vorsichtshalber jeden online reservierten Termin noch einmal. Auf weitere Funktionen wie einen Video-Chat setzt Janssen vorerst nicht.

"Den Patienten zwischen zwei Terminen schnell die Laborergebnisse zu mailen ist angenehm, aber irgendwann sind die Online-Möglichkeiten erschöpft."

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Praxis-PC, Konnektor und andere Elektrogeräte

Elektroschrott: Wie Praxen Altgeräte sicher entsorgen

Langjähriger Verbandschef meldet sich zurück

Werner Baumgärtner will bei Neuwahl des MEDI-Vorstands mitreden

Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

© Paolese / stock.adobe.com (Model mit Symbolcharakter)

Neuer Therapieansatz bei erektiler Dysfunktion

Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Kranus Health GmbH, München

Weniger Bürokratie

Wie nützt Digitalisierung?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa)
Muster 16. DiGA-Verordnungen sind als „Gebühr frei“ zu kennzeichnen (1). Im BVG-Feld (2) steht eine „6“, wenn nach Bundesversorgungs- oder -entschädigungsgesetz Anspruch auf die Verordnung besteht. Im Verordnungsfeld (3) darf maximal eine DiGA verordnet werden. Anzugeben sind „Digitale Gesundheitsanwendung“, die PZN und der Name der jeweiligen DiGA [7].  Pfizer Deutschland GmbH

© Pfizer Deutschland GmbH

Chronischer Schmerz: Digitalisierung hält Einzug

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Versteckte Zucker

Wie Fruktose den Nieren schadet

Lesetipps
Urinprobe für Harnsäuretests im Labor zur Feststellung von Anomalien im Urin.

© kittisak / stock.adobe.com

Treat-to-Target-Strategie

Gicht: Mit der Harnsäure sinkt auch das kardiovaskuläre Risiko