Medica

Aufbruchstimmung in der Medizinbranche

Digitale Trends werden bei der Medizinmesse Medica kommende Woche ganz oben auf der Liste stehen.

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DÜSSELDORF. Eine neue App ermöglicht es künftig Laien, auf einfache Weise die eigenen Augen und die Netzhaut zu untersuchen. Eltern können mit einem digitalen Stethoskop die Atemwege ihrer Kinder checken und die Daten an den Arzt übermitteln. Über diese und weitere Neuheiten können sich Interessierte in der kommenden Woche von Montag bis Donnerstag auf der weltweitgrößten Medizinmesse Medica in Düsseldorf informieren.

Die Messe zeigt die relevanten Trends in der Medizinbranche, da gehört die Digitalisierung wieder ganz oben auf die Liste. „Die digitale Transformation zieht sich durch sämtliche Bereiche der Medizin, wir zeigen neue Prozesse, neue Modelle, neue Ansätze und neue Verfahren“, berichtete Horst Giesen, der bei der Messe Düsseldorf zuständige Direktor für die Medica und die zeitgleich stattfindende Zulieferer-Messe Compamed.

Gerade Innovationen im Bereich der Smartphones spielen nach seinen Angaben in diesem Jahr eine wichtige Rolle. Sie seien Ausdruck eines mit der Digitalisierung eng verbundenen Trends: die De-Materialisierung. „Die Geräte werden kleiner, einfacher und schneller.“

Auf der Medica werden 5273 Aussteller erwartet. „So viele hatten wir bisher noch nicht“, sagte Giesen. Rund 80 Prozent von ihnen kommen aus dem Ausland, aus 65 verschiedenen Ländern. „Die Medica hat große Bedeutung als globale Plattform.“ Mit 953 Teilnehmern stellt Deutschland das größte Kontingent, gefolgt von China (867) und den USA (420). Zur Compamed kommen 783 Aussteller aus 40 Nationen. Sämtliche 19 Hallen auf dem Düsseldorfer Messegelände sind belegt.

Trotz aller Schwierigkeiten und Probleme, die es auch im Inland gibt – Stichworte Investitionsstau und Sparzwang – herrsche eine große Aufbruchstimmung in der Medizinbranche. „Sie spiegelt sich auf der Medica wider“, sagte der Messedirektor.

„Bei aller weltweiter Dynamik ist es so, dass zumindest in Deutschland der Krankenhausbereich sehr stark durch Rechtsvorgaben bestimmt ist“, betonte Dr. Josef Düllings, Präsident des Verbands der Krankenhausdirektoren Deutschlands und Kongresspräsident des 41. Deutschen Krankenhaustages, der während der Medica stattfindet. Zur Eröffnung am Montag wird Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erwartet.

Dabei wird sicherlich die unterschiedliche Bewertung einzelner Gesetzesvorhaben durch den Minister und die Klinikvertreter deutlich. Düllings verwies auf die Pflegepersonaluntergrenzen. „Solche Vorgaben führen nicht zu einer besseren Qualität, wenn die Pflegekräfte fehlen.“ Das hätten die Erfahrungen mit der geforderten Mindestbesetzung auf den Frühgeborenenstationen gezeigt. „Krankenhäuser mussten Betten stilllegen und Abteilungen schließen“, sagte er. (iss)

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