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Digitalisierte Praxis

„Avatar-Praxis“ in Scheeßel am Start

Von der Patientenaufnahme bis zur Abrechnung ist in der „Avatar-Praxis“ digitale Technik im Einsatz – bei der Online-Terminvergabe, dem Self-Check-In bis zum Kommunikations-Messenger.

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Scheeßel. Anfang September stellte Praxismanagerin Tanja Gerlach und Hausarzt Dr. Jan Gerlach im niedersächsischen Zeven eine weitgehend durch-digitalisierte Hausarztpraxis vor. Die Idee: eine hausärztliche Landpraxis, in der möglichst viele delegierbare Aufgaben von medizinischen Assistentinnen und digitaler Technik übernommen werden können.

Von der Patientenaufnahme bis zur Abrechnung kommt in der „Avatar-Praxis“ digitale Technik zum Einsatz - angefangen bei der Online-Terminvergabe, dem Self-Check-In, der digitalen Anamnese, über einen Kommunikations-Messenger bis hin zur digitalen Patientenakte und dem Telefonassistenten. „Diagnosegeräte übermitteln die Ergebnisse in Echtzeit über das Praxisverwaltungsprogramm an den Arzt, der wiederum per Videosprechstunde die Diagnostik durchführt“, so die Initiatoren.

Virtuelle Patientenbetreuung

Unterdessen kümmern sich zwei Angestellte um die Praxisverwaltung, drei medizinische Fachkräfte betreuen die Patienten und arbeiten über digitale Schnittstellen mit einem Mediziner zusammen, der für die virtuelle Betreuung der Patienten zuständig ist. Außerdem ist täglich auch ein Arzt halbtags anwesend. Er kann die Behandlungen durchführen, die digital nicht möglich sind. Ergänzt wird das Team durch eine ausgebildete Wundmanagerin.

Initiator des Projekts ist das Ehepaar Gerlach. Sie führen die allgemeinmedizinische Praxis in Scheeßel. Organisatorisch etablierten sie ein MVZ als GmbH und integrierten die in Scheeßel bestehende Praxis. Das jetzige „Zentrum für Familienmedizin MVZ GmbH“ fungiert als Hauptpraxis. Für die ‚Avatar‘-Praxis selbst wurde eine zweite, hausärztliche Praxis in Zeven gegründet. Abrechnung und Einkauf werden nun zentral aus der Hauptpraxis abgewickelt. Die Sprechstunden – ob virtuell oder in Präsenz – teilen sich die für das MVZ tätigen Ärztinnen und Ärzte untereinander auf.

Die beiden Gründer wollen das Konzept in weitere unterversorgte Regionen und über weitere Facharztrichtungen hinaus ausdehnen, hieß es. Um der drohenden Unterversorgung entgegenzuwirken, brauche es neue Versorgungsmodelle. Nach Angaben der KV Niedersachsen beträgt der Versorgungsgrad in dem betreffenden Bereich allerdings noch 98,1 Prozent. Unterversorgung beginnt ab einem Versorgungsgrad von unter 75 Prozent. (cben)

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