Digitale Versorgung

Barmer wirbt mit Videosprechstunde

Immer mal wieder wollen Kassen die ambulante medizinische Versorgung prägender mitgestalten. Die Digitalisierung eröffnet ihnen neue Ansätze.

Von Von Christoph Winnat Veröffentlicht:
Kassenlogo auf 70er-Jahre Waschbeton: Digitale Auftritte ermöglichen es den Kassen auch, ihr Image aufzupolieren.

Kassenlogo auf 70er-Jahre Waschbeton: Digitale Auftritte ermöglichen es den Kassen auch, ihr Image aufzupolieren.

© Barmer

Berlin. Die digitalen Möglichkeiten zur Fernbehandlung scheinen bei den gesetzlichen Krankenkassen die Neigung zu befördern, eigen-gelabelte Versorgungsangebote zu unterbreiten. Nachdem seit kurzem etwa die AOK Bayern im Selektivvertrag mit dem Telemed-Anbieter Zava ihren Versicherten Videosprechstunden anbietet, lanciert nun auch Deutschlands zweitgrößte Ersatzkasse einen „digitalen Hausbesuch für alle Barmer-Versicherten“.

Wie es in einer Mitteilung heißt, ist die „Teledoktor-App“ der Barmer damit um eine neue Funktion erweitert worden: Bei „akuten Alltagsbeschwerden“ könnten sich die Versicherten „über die Videosprechstunde in der App ärztlich behandeln lassen“.

„Validierte Symptomabfrage“

Eine vorgeschaltete „validierte Symptomabfrage“ sorge dafür, „dass die Betroffenen die individuell passende Hilfe zum richtigen Zeitpunkt erhalten“, wie Barmer-Vorstandsvorsitzender Dr. Christoph Straub verlauten lässt. Auf dieser Symptom-Grundlage entscheide sich dann, ob eine Online-Behandlung erfolgen könne, oder ob der Patient zu einem persönlichen Praxisbesuch aufgefordert wird, heißt es weiter. Die App helfe auch „bei der Suche nach einer geeigneten Praxis“.

Bis dato konnten sich Barmer-Versicherte mittels der App „Teledoktor“ vor allem medizinisch beraten lassen oder Facharzttermine suchen. Technikpartner der Anwendung ist die zur Münchener SHL-Gruppe gehörende Almeda GmbH. Wie ein Barmer-Sprecher auf Nachfrage versichert, werden von der Teledoktor-App veranlassste Videosprechstunden ausschließlich von zugelassenen Vertragsärzten abgehalten, die leitliniengerecht behandeln. „Sie sind allesamt parallel im Praxisbetrieb tätig und werden entsprechend dem Krankheitsbild ausgewählt.“

Das App-Angebot zur Fernbehandlung solle Praxen und Kliniken entlasten, betont die Barmer, indem nur „leichte Fälle“ übernommen würden. Keinesfalls wolle man „die Ärztin und den Arzt vor Ort ersetzen“, so Kassenchef Straub. (cw)

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