Verhandlungen

Bei Physiotherapeuten geht es jetzt ums Honorar

Nicht nur bei den Vertragsärzten, sondern auch bei den Physiotherapeuten stehen Verhandlungen über das Honorar an. Der Bundesverband hat jetzt ein Gutachten vorgelegt – und fordert, dass die Vergütung deutlich angehoben wird.

Veröffentlicht: 06.08.2020, 15:52 Uhr

Neu-Isenburg. Die Vergütung, die Physiotherapeuten für die Behandlung gesetzlich versicherter Patienten erhalten, muss durch die anstehenden Preisverhandlungen deutlich in die Höhe gehen, fordert der Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten (IFK).

Nur in diesem Fall seien langfristig eine wirtschaftliche Praxisführung und somit auch die flächendeckende Versorgung der Patienten mit Heilmitteln möglich, heißt es in einer IFK-Mitteilung von Donnerstag. Vor allem die vielen kleinen, inhabergeführten Praxen seien in ihrer Existenz bedroht.

Der Verband stützt sich dabei auf ein Gutachten des Instituts für Gesundheitsökonomik (IfG). Demnach wäre 2018 eine Erhöhung der Honorare um bis zu 63 Prozent nötig gewesen, um einen wirtschaftlichen Praxisbetrieb sicherstellen zu können.

„Die Ergebnisse des IfG belegen deutlich, dass sich dringend etwas ändern muss“, betont Ute Repschläger, IFK-Vorstandsvorsitzende laut Mitteilung. Die geringe Vergütung habe bereits dafür gesorgt, dass es in der Branche einen eklatanten Fachkräftemangel gebe. Inzwischen dauere es rund ein halbes Jahr, bis Praxisinhaber eine freie Arbeitsstelle neu besetzen können.

Hoffnung auf neue Gesetzeslage

„Immer mehr Schulabgänger entscheiden sich für andere Berufe. Uns fehlt der Nachwuchs, weil wir nicht konkurrenzfähig sind“, verdeutlicht Repschläger. Die Folgen für die Patienten seien bereits spürbar: Wartezeiten auf einen Termin beim Physiotherapeuten.

Die Hoffnung der Physiotherapeuten liegt nun auf den gerade begonnenen Vergütungsverhandlungen mit den gesetzlichen Krankenversicherungen. Dabei stehen sich vier maßgebliche Physiotherapieverbände und der GKV-Spitzenverband gegenüber.

Per Gesetz habe der Bundestag nach einer Vorlage von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im vergangenen Jahr vorgegeben, dass in den Verhandlungen Preise vereinbart werden sollen, die den wirtschaftlichen Betrieb einer Praxis ermöglichen müssen.

Ob die Krankenkassen dem Ergebnis des WAT-Gutachtens folgen werden, bleibe aber abzuwarten. Wenn sich Physiotherapeuten und Krankenkassen nicht bis Ende September einigen können, wird eine unabhängige Schiedsstelle entscheiden. (ger)

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