Leistungsmanagement

Bei „Rücken“ hilft die Smartphone-App

Der auf Leistungsmanagement in der PKV spezialisierte Anbieter LM+ weitet seine unterstützenden Dienste für Versicherte aus. Das Unternehmen hat zwei Kooperationsverträge zur Versorgung von Patienten mit Rückenschmerzen geschlossen.

Von Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht: 29.05.2019, 18:05 Uhr
Bei „Rücken“ hilft die Smartphone-App

Für Patienten kann es sich lohnen, spezielle Apps auf dem Schirm zu haben. Das kann zum Beispiel bei Rückenübungen unterstützen.

© fizkes - stock.adobe.com

KÖLN. Den Kunden von LM+, einem Joint Venture der Versicherer Barmenia, Gothaer, Hallesche und Signal Iduna, stehen jetzt die ambulanten Präventions- und Therapieprogramme des Unternehmens FPZ (Forschungs- und Präventionszentrum) offen. In welchem Umfang die Versicherer die Kosten tragen, hängt dabei von den jeweils gewählten Tarifen ab.

LM+ habe sich das Segment der Therapieangebote für Patienten mit Rückenschmerzen genau angesehen. „Das Konzept von FPZ hat uns überzeugt, wir sehen es als gute Lösung für unsere Versicherten“, sagt Geschäftsführer Thomas Soltau der „Ärzte Zeitung“. Die Physiotherapeuten des Kölner Anbieters setzen auf individuelle Therapien, die auf einer ausführlichen Eingangsanalyse basieren. „Wir fangen jetzt damit an, die Versicherten aktiv auf das Angebot aufmerksam zu machen“, berichtet Soltau.

Über einen Kooperationsvertrag mit der Kaia Health GmbH steht den Versicherten etwa die Rücken-App Kaia kostenlos zur Verfügung. Auf Basis ihrer Angaben zum Schmerzempfinden erhalten Nutzer über die App einen individuellen Trainingsplan mit Übungen. Um auf das Angebot aufmerksam zu machen, ist LM+ auch auf Facebook unterwegs und konnte über diesen Weg bereits mehr als 100 Versicherte erreichen.

Die Kontaktaufnahme mit Versicherten sei insbesondere bei Patienten mit psychischen Erkrankungen schwierig. Mit diesem Indikationsfeld hat das Ende 2016 an den Start gegangene Unternehmen LM+ seine Aktivitäten begonnen. Es kooperiert mit einem Netz von Psychotherapeuten und mit den Schön Kliniken, um Patienten Zugang zu Behandlungen oder ergänzende Therapien anzubieten.

„Unser Problem ist, dass Patienten mit psychischen Erkrankungen schwer zu erreichen sind, weil sie immer noch einem Stigma unterliegen“, sagt Soltau. Auch sei es bei diesen Krankheiten schwierig, frühzeitig zu erkennen, wer Unterstützung benötigen könnte.

Unterstützung beim Einholen einer Zweitmeinung

Um die Schwelle möglichst niedrig zu halten, hat LM+ Online-Psychotherapien geprüfter Anbieter im Angebot. „Sie werden angenommen, weil sie die Versicherten in der Anonymität lassen.“ Über einen Lizenz-Code können sich Interessenten Zugang zu den Online-Therapien verschaffen.

Den Kunden der vier Gesellschafter bietet LM+ außerdem über eine Kooperation mit dem Unternehmen Betterdoc Zugang zu Spezialisten, die Patienten eine Zweitmeinung geben. „Das betrifft vor allem operative Eingriffe“, berichtet Geschäftsführer Soltau. Aktiv ist das Unternehmen auch mit Rabatt- oder Serviceverträgen mit Pharmaunternehmen. In der Pipeline sind Vereinbarungen mit Hilfsmittelerbringern.

Zudem hat LM+ einen digitalen Gutachterprozess entwickelt, der die Abläufe bei der Begutachtung vor allem in der Krankentagegeldversicherung vereinfachen soll. Über eine Plattform erhalten die Ärzte den Begutachtungsauftrag und anonymisierte Befunde sowie weitere Dokumente.

Auch die Terminvereinbarung läuft digital. Die Mediziner können ihr Gutachten auf diesem Weg auch einreichen, müssen es aber nicht. LM+ habe Ärzte zu der Plattform befragt. „Es gibt eine hohe Bereitschaft, sich digitalen Anwendungen zu öffnen“, berichtet Soltau.

Die Angebote sind nicht nur für die vier Gesellschafter interessant: Soltau führt Gespräche mit einer Reihe mittelgroßer PKV-Anbieter. Wenn sie mit LM+ einen Rahmenvertrag schließen, können sie einzelne Angebote nutzen. „Die Resonanz ist recht positiv“, berichtet er. Langfristig möglich wäre auch, dass sich weitere Versicherer als Gesellschafter beteiligen. Das sei zurzeit aber kein Thema, sagt der Geschäftsführer. „Im Moment gehen wir den Weg über Kooperationsverträge.“

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