Nicht-approbierte Gesundheitsberufe

Bei TI und E-Akte sollen alle Behandler mit ins Boot

Therapeuten fordern, dass sie in den Aufbau der Telematikinfrastruktur einbezogen werden und Zugriff auf die elektronische Patientenakte erhalten.

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BOCHUM. Die nicht-approbierten Gesundheitsberufe werden langsam ungeduldig. Seit Jahren fordern sie vergeblich die Einbeziehung in den Aufbau der Telematik-Infrastruktur und den künftig Zugriff auf die elektronische Patientenakte.

"Wir wollen mitspielen, weil wir glauben, dass es unsere Arbeit erleichtern wird", sagte der Ergotherapeut Arnd Longrée, Sprecher des Fachbeirats für das elektronische Gesundheitsberuferegister, auf der Tagung "eHealth.NRW – das digitale Gesundheitswesen" in Bochum.

Die Akte werde es Ergotherapeuten, Physiotherapeuten und anderen erlauben, zielgerichteter als in der Papier-basierten Welt mit den Patienten zu arbeiten, erwartet Longrée. "Die Verordnungen sind mehr schlecht als recht, dort fehlen fundamentale Informationen", erläuterte er.

Um über die Akte die notwendigen Daten erhalten zu können, müssten die Gesundheitsberufe Teil des Systems werden, forderte er. "Auch wir müssen jeden Tag von einer verbesserten Kommunikation profitieren können."

Über das elektronische Gesundheitsberuferegister sollen die Vertreter der nicht-approbierten Heilberufe einen Heilberufsausweis und damit Zugang zu der elektronischen Patientenakte erhalten. Künftig werden schätzungsweise eine Million Ausweise benötigt.

Der für das Register notwendige Staatsvertrag steht nach Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums vor der finalen Abstimmung.

Danach muss er in den 16 Bundesländern ratifiziert und das elektronische Beruferegister muss ausgeschrieben werden. Mindestens acht Länder müssen dem Staatsvertrag beitreten, damit er in Kraft treten kann. Davon sind alle weiteren Schritte abhängig.

Es geht um sichere Patientenversorgung

Staatssekretär Andreas Westerfellhaus, der Pflegebevollmächtigte des Bundes, hält die Einbeziehung der nicht-approbierten Gesundheitsberufe für zwingend notwendig. "Das erlaubt eine andere Sichtweise auf die Herausforderungen", sagte er.

Schließlich gehe es in erster Linie um eine sichere Patientenversorgung. Die Schnittstellen für eine bessere Kommunikation müssten haargenau passen und jedem zur Verfügung stehen, forderte Westerfellhaus.

Um die Versorgung verbessern zu können, benötigten die Apotheker aus der Akte mehr Informationen als die reinen Medikationsdaten, betonte Sören Friedrich, Abteilungsleiter IT/Telematik von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände ABDA.

Die Pharmazeuten wollen auch Befunde, Diagnosen und andere Daten einsehen, die Einfluss auf den Medikationsprozess haben können.

"Die elektronische Patientenakte soll einen Mehrwert bringen. Das geht nur, wenn man mehr Informationen bekommt", sagte Friedrich. Diese Informationen müssten entsprechend aufbereitet sein. (iss)

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