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Infektionsschutzgesetz

Berliner Gericht: Verkürzung von COVID-Genesenenstatus durch RKI rechtswidrig

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COVID-Genesenenzertifikat: Die Entscheidung, dass Genesene nur noch knapp drei Monate als geschützt gelten, hat vielfach für Unmut und Unverständnis gesorgt. Ein Berliner Gericht zweifelt nun an, ob das RKI diese überhaupt treffen durfte.

COVID-Genesenenzertifikat: Die Entscheidung, dass Genesene nur noch knapp drei Monate als geschützt gelten, hat vielfach für Unmut und Unverständnis gesorgt. Ein Berliner Gericht zweifelt nun an, ob das RKI diese überhaupt treffen durfte.

© Marcus Brandt / dpa / picture alliance

Berlin. Die Verkürzung des Genesenenstatus durch das Robert Koch-Institut (RKI) von sechs auf drei Monate ist rechtswidrig. Das hat das Verwaltungsgericht Berlin in einem Eilverfahren entschieden, wie ein Sprecher am Donnerstag mitteilte. Über die Geltungsdauer des Genesenenstatus müsse die Bundesregierung selbst entscheiden, so die Richter und verwiesen auf die Vorschriften im Infektionsschutzgesetz.

Diese Entscheidung gilt nach Gerichtsangaben aber zunächst lediglich für die beiden Antragssteller, die vor das Verwaltungsgericht gezogen waren. Das Gericht könne die Verordnung nicht generell aussetzen, erklärte der Sprecher.

Nach Ansicht der zuständigen 14. Kammer kann die Entscheidung darüber, bei welchen Personen von einer Immunisierung auszugehen ist, nicht auf das RKI als Bundesoberbehörde übertragen werden. Dies überschreite die Grenzen der gesetzlichen Ermächtigung. Aus diesem Grund habe sich das Gericht nicht mit der Frage befassen müssen, ob die zeitliche Verkürzung von sechs auf drei Monate auf ausreichenden wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhe oder hinreichend begründet worden sei.

Bund und Länder haben bereits vereinbart, dass die Festlegungen zum Genesenenstatus nicht mehr an das RKI delegiert werden sollen. Damit soll eine jüngst vorgenommene Änderung rückgängig gemacht werden. Diese sieht vor, dass die Frist nicht mehr in einer Verordnung steht, sondern Festlegungen des RKI auf dessen Internetseite direkt greifen. Das Institut hatte den Genesenenstatus auf dieser Grundlage zum 15. Januar von sechs auf drei Monate verkürzt. Viele Bürger verloren damit quasi über Nacht die Möglichkeit, in Restaurants oder Bars zu gehen. Unmut löste aus, dass diese Änderung zunächst weitgehend unbemerkt blieb. (dpa)

Verwaltungsgericht Berlin, Az.: VG 14 L 24/22

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