Bremer Klinikum droht Finanzdesaster

Das Bremer Klinikum Mitte kommt nicht aus den Schlagzeilen: Nach dem Keimskandal mit toten Frühchen hat die Klinik nun in finanzielle Probleme. Droht nach der Keim-Katastrophe die Finanz-Falle?

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Könnte teurer werden: der Neubau des KBM.

Könnte teurer werden: der Neubau des KBM.

© Ingo Wagner / dpa

BREMEN (cben). Der Keimausbruch im vergangenen Jahr hat das Bremer Klinikum Mitte (KBM) offenbar in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten gebracht.

Zugleich explodieren die Kosten für den bereits begonnenen Neubau des Flaggschiffs der Bremer Krankenhäuser.

Für das KBM, "das spürbar mit den Auswirkungen des Keimausbruchs auf der Frühgeborenen-Intensivstation und dem damit verbundenen Ansehensverlust zu kämpfen hat, zeichnet sich ein deutlich negatives Jahrsergebnis ab", hieß es nach einer Aufsichtsratssitzung der Klinikholding "Gesundheit Nord" GeNo), zu der das KBM gehört.

Die Ursachen liegen sowohl in den fehlenden Erträgen wegen des Patientenrückgans als auch bei den gestiegenen Kosten, hieß es.

"Gründe für die fehlenden Erträge sind vor allem die Schließung der Abteilungen Geburtshilfe und Neonatologie, deren Auswirkungen auf die benachbarten Abteilungen Gynäkologie, Kinderchirurgie, Kinderurologie und Pädiatrie sowie der Ansehensverlust, der auf andere Kliniken ausstrahlt", so der Aufsichtsrat.

Mehr Operationen

Jutta Dernedde, medizinische Geschäftsführerin der GeNo, erklärte: "Wir werden nicht nur in diesem, sondern voraussichtlich auch noch in den folgenden Jahren mit den wirtschaftlichen Folgen des Keimausbruchs am Klinikum Bremen-Mitte zu kämpfen haben."

Ohne Gegenmaßnahmen würde dem KBM am Jahresende ein Minus von rund 24 Millionen Euro drohen, teilte der Aufsichtsrat mit.

Dem Klinikum Bremen Nord könnten am Jahresende acht Millionen Euro fehlen. Das Plus der Klinika Links der Weser (LdW) und Bremen Ost (KBO) könnten die Verluste kaum aufwiegen, hieß es.

Zugleich legte der Aufsichtsrat Kostenrechnungen auf den Tisch, wonach der schon begonnene Neubau des KBM rund ein Jahr später als geplant fertig wird und 35 Millionen Euro mehr kosten wird, als mit 230 Millionen veranschlagt.

Nun will das KBM die Zahl der Operationen steigern sowie die Fallzahlen in der Dermatologie, der Schlaganfall-Einheit und der Augenklinik. Weitere Maßnahmen würden derzeit geprüft.

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