Bundeskriminalamt warnt

Cyberkriminelle nutzen Corona-Krise für Angriffe aus

Gesundheitseinrichtungen sind immer wieder Angriffsziele von Cyberkriminellen. In der Coronavirus-Pandemie machten sich Hacker auch das Vertrauensverhältnis der Bevölkerung zu Ärzten zunutze, berichtet das Bundeskriminalamt.

Margarethe UrbanekVon Margarethe Urbanek Veröffentlicht:
Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie haben Cyberkriminelle unter anderem Mails in falschem Namen versendet – und dafür auch das Vertrauensverhältnis zu Ärzten ausgenutzt.

Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie haben Cyberkriminelle unter anderem Mails in falschem Namen versendet – und dafür auch das Vertrauensverhältnis zu Ärzten ausgenutzt.

© oz / stock.adobe.com

Wiesbaden. Die Fälle von Cyberkriminalität in Deutschland haben im Jahr 2019 einen neuen Höchststand erreicht: Insgesamt 100.514 Fälle hat die Polizei im vergangenen Jahr registriert, was einem Anstieg von über 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht (2018: 87.106 Fälle). Das geht aus dem am Mittwoch vom Bundeskriminalamt (BKA) veröffentlichten „Bundeslagebild Cybercrime 2019“ hervor.

Der Branchenverband Bitkom schätzt, dass der Wirtschaft durch Cyberangriffe im vergangenen Jahr über 100 Milliarden Euro Schaden entstanden ist. Neben Wirtschaftsunternehmen sind öffentliche Einrichtungen bevorzugte Ziele der Täter.

Kliniken immer wieder im Visier

Zu den Angriffszielen zählen immer wieder auch Einrichtungen im Gesundheitswesen. In seinem Bundeslagebericht führt das BKA unter anderem Angriffe auf das Klinikum Fürth sowie die Universität Gießen als „prägende Cyberangriffe 2019“ auf.

Das Klinikum Fürth wurde demnach im Dezember mit der Schadsoftware „Emotet“ angriffen – eine der schädlichsten Malware weltweit. Diese sei eingetreten über eine E-Mail mit infiziertem Anhang, der geöffnet wurde. Zwar konnte den Angaben zufolge ein größerer Schaden vermieden werden. Doch zeige der Vorfall, wie schnell Schadsoftware in die Klinik-IT gelangen kann.

Die Universität Gießen, und mit ihr das Uniklinikum, waren ebenfalls im Dezember von einem Hackerangriff befallen, der den Universitätsbetrieb über mehrer Wochen lahmlegte. Das Uniklinikum selbst war nur kurze Zeit betroffen.

Cyberkriminalität und COVID-19

Neben dem jährlichen Bundeslagebericht veröffentlichte das Bundeskriminalamt heute außerdem die Sonderauswertung „Cybercrime in Zeiten der COVID-19-Pandemie“. Die Analyse betrifft den Zeitraum März bis August 2020.

Unter anderem wurden seit Beginn der Corona-Pandemie mehrere Spam- und Phishing-Kampagnen generiert.

Als vermeintliche Absender der Mails fungierten oftmals als vertrauenswürdig geltende Berufsgruppen, darunter Ärzte und Virologen oder Behörden. Die Mails seien auf „Unsicherheit, Neugier und das hohe Informationsbedürfnis in der Bevölkerung zugeschnitten,“, heißt es in dem Bericht. Ziel sei es, „an digitale Identitäten bzw. monetäre Mittel zu gelangen“.

BKA empfiehlt: Skeptisch bleiben

Insgesamt sei außerdem davon auszugehen, dass Cyberkriminelle die Notlage von Kritischen Einrichtungen (KRITIS) vor allem aus dem Bereich des Gesundheitswesens ausnutzen, um nach Angriffen Lösegeldforderungen zu stellen. Vor allem international, etwa in Kanada, seien einige derartige Vorfälle bekannt.

Vor dem Hintergrund zunehmender Cyberkriminalität empfiehlt das BKA erneut aktuellen Virenschutz, sichere Passwörter sowie ein umfassendes IT-Sicherheitskonzept. Bei E-Mails unbekannter Absendern sollten Empfänger skeptisch bleiben und Anhänge nicht öffnen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Deutschland hat Nachholbedarf

Datenschatz der onkologischen Versorgung heben

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

© Paolese / stock.adobe.com (Model mit Symbolcharakter)

Neuer Therapieansatz bei erektiler Dysfunktion

Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Kranus Health GmbH, München
Abb. 1: Zeitaufwand pro Verabreichung von Natalizumab s.c. bzw. i.v.

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Familienplanung und Impfen bei Multipler Sklerose

Sondersituationen in der MS-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Biogen GmbH, München
Protest vor dem Bundestag: Die Aktionsgruppe „NichtGenesen“ positionierte im Juli auf dem Gelände vor dem Reichstagsgebäude Rollstühle und machte darauf aufmerksam, dass es in Deutschland über drei Millionen Menschen gebe, dievon einem Post-COVID-Syndrom oder Post-Vac betroffen sind.

© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Symposium in Berlin

Post-COVID: Das Rätsel für Ärzte und Forscher

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Junge Frau im Rollstuhl

© Julia Zavalishina / stock.adobe.com

Interview

Was eine gute Reha beim Post-COVID-Syndrom ausmacht

Ein älterer Mann muss stark husten und hält eine Hand auf seine Brust.

© Getty Images

Infektionsmanagement

Keuchhusten: Was bei der Behandlung Erwachsener wichtig ist