Seminare für Medizinstudierende

Bundesweiter Rahmen, lokale Ausgestaltung

In der DEGAM setzt sich eine eigene Arbeitsgruppe dafür ein, die weiterbildungsbegleitenden Seminarprogramme zu verbessern. Eine Themensammlung liefert die Basis – und konzentriert sich völlig auf hausärztliche Inhalte.

Von Jana Kötter Veröffentlicht:

NEU-ISENBURG. Chronische Erkrankungen und andere Beratungsanlässe in der Hausarztpraxis, Kommunikation mit dem Patienten, Praxisverwaltung: Die Palette der Themen weiterbildungsbegleitender Seminare ist groß. Bundesweit müssen diese Seminarprogramme qualitativ hochwertig gesichert sein – die thematische Ausgestaltung muss jedoch regionale Besonderheiten berücksichtigen, betont Susanne Sommer, Leiterin der bei der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) angesiedelten Arbeitsgruppe für Seminarprogramme.

"Ziel ist ein bundesweit einheitliches Angebot bezüglich der Strukturen, etwa der Zahl der Unterrichtseinheiten", sagt Sommer im Gespäch mit der "Ärzte Zeitung". Auch ein Themenangebot müsse überregional vorhanden sein; die konkrete thematische Ausgestaltung jedoch solle lokal "nach Notwendigkeit und  Bedarfsermittlung zusammen mit den Teilnehmern" erfolgen, so Sommer.

Die AG Seminarprogramme, die neben Sommer von Dr. Stephan Fuchs von der Universität Halle geleitet wird, hat dazu eine Themensammlung für ein fünfjähriges Programm erstellt, die Institutionen beim Aufbau und der Weiterentwicklung von Seminarprogrammen in der allgemeinmedizinischen Weiterbildung unterstützen soll. Das ideale Seminarprogramm soll dabei laut Fuchs "typische hausärztliche Inhalte vermitteln und reflektieren, die in der stationären und ambulanten Weiterbildung nicht regelmäßig oder nicht hinreichend vertieft vorkommen". Der Arzt in Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin betont, dass die Sammlung als Ergänzung zum Kompetenzbasierten Curriculum Allgemeinmedizin (die "Ärzte Zeitung" berichtete) gesehen werden soll.

Im nächsten Schritt würden methodisch und didaktisch aufbereitete Seminareinheiten zusammengetragen und allen Programmen zur Verfügung gestellt, erklärt Fuchs. Durch eine bessere Vernetzung der Akteure sollen so Ressourcen geschont werden: "Nicht jedes Seminarprogramm und die betreffenden Referenten müssen jedes Thema neu aufarbeiten." Bei Bedarf können über die AG auch Referenten vermittelt werden.

Ziel der Arbeitsgruppe, die in regelmäßigen Telefonkonferenzen an der Basis für die Seminarprogramme feilt, ist dabei nicht nur die verbesserte Qualität der Weiterbildung. "Wir wollen auch bei der Identitätsfindung der angehenden Hausärzte helfen und so Unsicherheiten abbauen", betont Sommer gegenüber der "Ärzte Zeitung". "So soll auch der Eintritt in die Hausarztpraxis erleichtert werden."

Der Austausch von Erfahrungen unter den jungen Ärzten in der Weiterbildungszeit sei dabei ein essenzieller Teil des Seminarprogramms.

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