Arbeitsmarkt

Chemie und Pharma bilden weiter aus

Die Zahl der Ausbildungsplätze in den beiden Branchen ist gegenüber 2019 nur um 442 gesunken. 2021 wird zum Prüfsein.

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Chemie- und Pharmaindustrie bilden auf hohem Niveau aus.

Chemie- und Pharmaindustrie bilden auf hohem Niveau aus.

© stadelpeter / stock.adobe.com

Wiesbaden/Hannover. Die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie bildet im Jahr 2020 trotz Corona-Krise weiter viele junge Menschen aus. Die Zahl der neuen Lehrstellen lag dieses Jahr bei 9070, wie die Gewerkschaft IG BCE und der Arbeitgeberverband BAVC am Donnerstag mitteilten.

Gemessen am Spitzenjahr 2019 gab es 442 Plätze weniger, erklärte die IG BCE. Die Übernahmequote bleibe hoch: Nach erfolgreicher Ausbildung seien dieses Jahr rund 89 Prozent der Ausgebildeten übernommen worden, 2019 waren es 92 Prozent. „Wir brauchen den Nachwuchs, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und Zukunftssicherung zu betreiben“, sagte IG-BCE-Tarifvorstand Ralf Sikorski. „Deshalb müssen wir uns gemeinsam dafür einsetzen, dass sich die Zahl der Ausbildungsplätze im nächsten Jahr wieder verbessert.“

Bewährungsprobe 2021 erwartet

Die Chemiearbeitgeber betonten, dass die Zahl der Ausbildungsstellen trotz der Corona-Krise nur um etwa zwei Prozent unter dem langjährigen Mittel liege. „Unternehmen, Ausbilder und Azubis ist es gemeinsam gelungen, den Ausbildungsbetrieb in unserer Branche ohne große Unterbrechungen fortzusetzen“, sagte Klaus-Peter Stiller, Hauptgeschäftsführer des Bundesarbeitgeberverbands Chemie. Die Bewährungsprobe für den Ausbildungsmarkt komme aber erst 2021. „Zum einen sehen wir strukturelle Effekte in den Unternehmen durch Digitalisierung oder Elektromobilität, durch die auch die Ausbildung über Bedarf auf den Prüfstand gestellt wird.“ Zum anderen sei Ausbildung am Ort unter Corona-Bedingungen erheblich aufwendiger.

Insgesamt absolvieren rund 26.000 junge Menschen eine Ausbildung in der pharmazeutisch-chemischen Industrie. Mehr als die Hälfte der Ausbildungsplätze entfällt demnach auf die großen Chemie-Standorte am Nordrhein, in Rheinland-Pfalz und Hessen. Die Corona-Pandemie macht der konjunkturabhängigen Branche schwer zu schaffen. (dpa)

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