Sorge um Sparmaßnahmen

DDG und DGE: Diabetologie und Endokrinologie stärken!

Fachgesellschaften fürchten, dass aufgrund wirtschaftlichen Drucks der Lehre fachliche Kompetenz in den Fachbereichen Diabetologie und Endokrinologie verloren gehen könnte.

Veröffentlicht:

Berlin. Die Fachbereiche Diabetologie und Endokrinologie stehen unter starkem wirtschaftlichem Druck, müssen zunehmend Betten reduzieren. Das kritisieren die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Sie zeigen sich ob der jüngsten Empfehlung des Wissenschaftsrats zur Rolle der Universitätsmedizin besorgt.

Das Gremium bemängle, dass insbesondere weniger oder nicht interventionelle Fächer zunehmend finanziell benachteiligt würden. „Die sprechende Medizin, die durch eine informierende, aufklärende und patientenzentrierte Versorgung gekennzeichnet ist, wird in der heutigen Hochleistungsmedizin und speziell vom DRG-System zu wenig wertgeschätzt“, bestätigt auch Professor Andreas Neu, Präsident der DDG. So erhielten die Kliniken für diese Leistungen kaum finanzielle Vergütung. In Folge würden Diabetologie und Endokrinologie zunehmend Sparzwängen in den Kliniken zum Opfer fallen, bemängeln DDG und DGE.

Diabetologie gerade einmal an acht Fakultäten vertreten

Die Diabetologie sei aktuell nur noch an acht von insgesamt 37 staatlichen medizinischen Fakultäten mit bettenführenden Lehrstühlen repräsentiert. Damit könnten weder in der Aus- noch in der Weiterbildung Wissen und Kompetenzen in Diabetologie und Endokrinologie an ausreichend viele angehende Ärztinnen und Ärzte vermittelt werden. In der Folge drohe ein dramatischer Nachwuchsmangel – und das bei einer steigenden Zahl erkrankter Menschen.

Mit dem Verlust von Ausbildungsstätten in der Universitätsmedizin ginge der Lehre außerdem fachliche Kompetenz verloren, argumentiert DGE-Präsident Professor Günter K. Stalla. Er spricht sich dafür aus, die Vernetzung von Forschung, Lehre und Krankenversorgung der Universitätsmedizin zu stärken. „Denn nur hier können Medizinstudierende die Breite des Faches kennenlernen. Sie behandeln direkt die Patienten und lernen aufgrund der fachübergreifenden Zusammenarbeit auch seltene Erkrankungen sowie Krankheitsbilder anderer Fachrichtungen kennen“, so der Mediziner. „Damit fördern wir die fachliche Kompetenz unserer angehenden Mediziner, denn auch seltene Erkrankungen muss man häufiger gesehen haben, um sie sicher diagnostizieren zu können.“

DDG und DGE sehen in ihrer gemeinsamen Pressemitteilung eine klare Verantwortung bei der Politik: . „Wir müssen wirksame Gegenmaßnahmen ergreifen, sonst wird das Fach Endokrinologie/Diabetologie zunehmend aus der Universitätsmedizin verdrängt. Das gefährdet mittelfristig die Versorgung aller Betroffenen!“, warnt Neu. „Deswegen müssen Bund und Länder die Zahl der klinischen Lehrstühle dieser Fächer wieder deutlich ausbauen.“ (mu)

Mehr zum Thema

Praxiswissen Quickcheck

Krankenfahrt: Tipps für die Verordnung

Kooperation | In Kooperation mit: AOK-Bundesverband

Fortbildung

Uro Update 2022 mit vier Hot Topics

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Moderna oder BioNTech? Die beiden mRNA-Impfstoffe nehmen sich nichts. Momentan ist jedoch weiterhin mehr Moderna im hiesigen Markt.

© DEBBIE HILL / newscom / picture alliance

Impfstoff-Versorgung

Corona-Impfkampagne: Etwas mehr BioNTech, Moderna länger haltbar

Die Antikörperkombination Casirivimab / Imdevimab zur Behandlung und Prophylaxe von COVID-19 ist bei einer Infektion mit der Omikron-Variante von SARS-CoV-2 vermutlich deutlich weniger wirksam als bisher.

© picture alliance/dpa

Omikron-Welle

PEI und BMG: Wirksamkeit von Ronapreve® bei Omikron reduziert